Wie lange ein frisches Tattoo zum Heilen braucht
Beim Tätowieren sticht die Nadel viele tausend Mal in die Haut. So entsteht eine große, flache Wunde, und die heilt wie jede andere Wunde auch. An der Oberfläche dauert das etwa 2 Wochen, sagt das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs. In dieser Zeit schließt sich die Haut, die Krusten gehen ab, und die Stelle sieht wieder aus wie Haut.
Darunter heilt die Wunde noch mehrere Wochen weiter, darauf weist das Bundesinstitut für Risikobewertung hin. Gerade in dieser Zeit gelangen oft Keime in die Wunde, zum Beispiel über die eigenen Hände beim Eincremen. Die Vorsicht hört deshalb nicht auf, sobald die Kruste weg ist.
Einen festen Kalender mit Heilungsphasen gibt es nicht. Keine Leitlinie und keine Behörde legt fest, an welchem Tag was passiert. Das hängt von der Körperstelle ab, von der Größe des Motivs und von Ihrer Haut. Belegen lassen sich die Regeln für die Pflege, nicht die Tage.
So pflegen Sie Ihr Tattoo in den ersten 14 Tagen
Die wichtigsten Regeln sind schlicht und gelten für jedes Tattoo. Sie kommen ohne ein bestimmtes Produkt aus.
- Waschen Sie sich die Hände, bevor Sie das Tattoo anfassen. Über die Hände gelangen leicht Keime in die Wunde.
- Reinigen Sie das Tattoo zweimal am Tag. Das österreichische Portal nennt dafür eine Seife, die Keime abtötet.
- Fassen Sie die Stelle sonst nicht an und kratzen Sie nicht, auch wenn es juckt.
- Baden, schwimmen und tauchen Sie nicht. Beim Duschen halten Sie den Strahl nicht direkt auf das Tattoo.
- Meiden Sie Sonne und Solarium.
- Tragen Sie lockere Kleidung, damit nichts an der frischen Stelle reibt.
- Lassen Sie die erste Abdeckung so lange drauf, wie das Studio es sagt.
Nach dem Hygieneplan der Länder deckt das Studio die frische Wunde bei Bedarf mit einem Verband ab, der direkt aus der Originalpackung kommt. Wie lange er bleibt, hängt von seiner Art ab. Für einen Folienverband, wie ihn auch Ärzte verwenden, nennt das Bundesumweltministerium normalerweise etwa 2 Tage. Ob danach eher Folie oder Creme passt, entscheidet die Heilmethode mit Folie oder an der Luft.
Wann Sie wieder schwimmen, in die Sauna oder zum Sport gehen, richtet sich danach, wie weit die Haut geheilt ist.
Wann ein frisches Tattoo zum Arzt muss
Ein frisches Tattoo ist gerötet, warm und empfindlich, und das ist normal. Schwierig wird die Einschätzung, weil eine Entzündung mit denselben Zeichen beginnt. Den Unterschied zeigt der Verlauf. Normale Beschwerden werden von Tag zu Tag weniger, eine Entzündung wird stärker.
Die folgenden Warnzeichen nennt das Portal aus Österreich für ein frisches Tattoo. Dazu kommen allgemeine Zeichen einer Wundinfektion. Bei jedem Verdacht auf eine Infektion rät das Bundesinstitut, umgehend zum Arzt zu gehen.
- Die Rötung nimmt zu oder breitet sich über den Rand des Tattoos hinaus aus.
- Die Stelle schwillt an, und die Schwellung schmerzt.
- Aus der Wunde tritt Eiter aus.
- Vom Tattoo ziehen dünne rote Streifen weg.
- Sie bekommen Fieber und fühlen sich krank.
- Die Lymphknoten in der Nähe schwellen an.
- Die Stelle riecht übel, oder sie juckt sehr stark und lange.
- Es bilden sich Bläschen, oder Rötung und Schwellung bleiben stark und gehen nicht zurück.
Fühlen Sie sich benommen oder verwirrt, oder haben Sie kalten Schweiß, Herzrasen oder schnelle Atmung?
Rufen Sie sofort den Rettungsdienst unter 112. Diese Zeichen sprechen für eine ernste Infektion.
Haben Sie Fieber, oder werden Rötung, Schwellung oder Schmerz von Tag zu Tag stärker?
Gehen Sie in Ihre Hausarzt- oder Hautarztpraxis. Nehmen Sie die Angaben zu den Farben aus Ihren Unterlagen vom Studio mit.
Sehen Sie Eiter, Bläschen oder rote Streifen, die vom Tattoo wegführen?
Lassen Sie die Stelle bald ärztlich ansehen, denn diese Zeichen sprechen für eine Infektion. Decken Sie sie bis dahin sauber ab und fassen Sie sie nicht an.
Spannen, Jucken, leichte Rötung und abgehende Krusten gehören zur Heilung. Pflegen Sie weiter und beobachten Sie den Verlauf.
Ein Studio kann sich die Stelle ansehen, eine Entzündung behandeln kann es nicht. Fragen Sie im Zweifel deshalb in der Arztpraxis.
Warum die Krankenkasse eine Tattoo-Entzündung nur teilweise zahlt
Eine Entzündung nach dem Tattoo wird selbstverständlich behandelt. Die Rechnung trägt die Krankenkasse aber nicht allein, und das überrascht die meisten.
Bekommen Sie durch ein Tattoo oder ein Piercing eine Krankheit, muss die Kasse Sie in angemessener Höhe an den Kosten der Behandlung beteiligen. Das schreibt das Gesetz vor. Auch das Krankengeld für diese Zeit muss die Kasse ganz oder teilweise streichen oder zurückfordern.
Das Bundesinstitut fasst die Folge so zusammen. Wer sich tätowieren lässt, trägt die Kosten für die Behandlung von Komplikationen ganz oder zum größten Teil selbst.
Heben Sie deshalb den Aufklärungsbogen und die Angaben zur Farbe auf. Kommt es zum Streit mit der Kasse oder mit dem Studio, sind diese Unterlagen Ihr wichtigster Beleg.
Wie lange Sie nach dem Tattoo kein Blut spenden dürfen
Nach einem Tattoo dürfen Sie 4 Monate lang kein Blut und kein Plasma spenden. Das steht in der Richtlinie zur Blutspende, die die Bundesärztekammer zusammen mit dem Paul-Ehrlich-Institut aufstellt. Dieselbe Frist gilt für Ohrlöcher, Piercings, Permanent Make-up und andere Eingriffe, bei denen die Haut verletzt wird.
Der Grund ist nicht die Farbe, sondern die Wunde. Die Richtlinie zählt Tattoos zu den Eingriffen, bei denen man sich eine Infektion holen kann, die über das Blut übertragen wird. Die Frist gilt deshalb auch nach einem sehr sauberen Studio.
Die Fristen nach dem Stechen reichen von etwa 2 Tagen für die erste Folie bis zu 4 Monaten für die Blutspende. Dazwischen liegen die ersten 14 Tage, in denen Sie das Tattoo zweimal am Tag reinigen, und mehrere Wochen, in denen die Haut darunter weiter heilt.
| Zeit nach dem Stechen | Was gilt |
|---|---|
| Erste Tage | Die erste Abdeckung bleibt so lange, wie das Studio sagt, ein Folienverband normalerweise etwa 2 Tage |
| Tag 1 bis 14 | Zweimal am Tag reinigen, Hände waschen, nicht kratzen, nicht baden, Sonne meiden |
| Mehrere Wochen | Die Haut heilt darunter weiter, Keime gelangen jetzt leicht über die Hände in die Wunde |
| 4 Monate | Keine Blutspende und keine Plasmaspende |
| Jederzeit | Bei Zeichen einer Entzündung in die Arztpraxis gehen |
Was bei einer MRT-Untersuchung mit Tattoo gilt
Tattoofarbe kann sich im MRT erwärmen. Das MRT, auch Kernspin genannt, arbeitet mit einem starken Magnetfeld und mit Funkwellen. Diese Wellen können in manchen Farbpigmenten Strom erzeugen und die Haut erwärmen, im schlimmsten Fall bis zur Verbrennung. Die meisten bekannten Fälle verliefen mild.
Die größte Studie dazu erschien 2019. Nach dem Bericht des Deutschen Ärzteblatts wurden 330 Menschen mit zusammen über 900 Tattoos untersucht. Nur 2 von ihnen spürten etwas, einmal ein leichtes Kribbeln und einmal Wärme und Spannen am Handgelenk. Bei diesem Teilnehmer wurde die Untersuchung abgebrochen, und er erholte sich innerhalb von 24 Stunden ohne Verbrennung. Große Tattoos waren in der Studie allerdings nicht zugelassen.
Eine amtliche deutsche Empfehlung speziell zu Tattoos im MRT gibt es nicht. Sagen Sie der Praxis vor der Untersuchung trotzdem, wo Sie große Tattoos oder Permanent Make-up haben. Spüren Sie während der Untersuchung Wärme oder Brennen, melden Sie sich sofort, dann kann sie abgebrochen werden.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Tattoo abgeheilt ist?
Ein Tattoo heilt an der Oberfläche in etwa 2 Wochen ab. Darunter heilt die Wunde noch mehrere Wochen weiter, und gerade dann gelangen oft Keime über die Hände hinein. Feste Heilungsphasen mit Tagesgrenzen legt keine Leitlinie fest.
Darf ich mit einem frischen Tattoo duschen?
Ja, mit einem frischen Tattoo dürfen Sie duschen. Halten Sie den Strahl aber nicht direkt auf das Motiv. Baden, Schwimmen und Tauchen sind dagegen in den ersten etwa 2 Wochen tabu.
Wann muss ich mit einem frischen Tattoo zum Arzt?
Mit einem frischen Tattoo gehen Sie zum Arzt, wenn Rötung, Schwellung oder Schmerz stärker werden, wenn Eiter austritt oder rote Streifen vom Tattoo wegführen. Auch Fieber gehört ärztlich abgeklärt. Bei kaltem Schweiß, Herzrasen oder Benommenheit rufen Sie den Rettungsdienst unter 112.
Wie lange darf man nach einem Tattoo kein Blut spenden?
Nach einem Tattoo dürfen Sie 4 Monate lang kein Blut und kein Plasma spenden. Das legt die Richtlinie zur Blutspende fest. Dieselbe Frist gilt nach Piercings, Ohrlöchern und Permanent Make-up.
Zahlt die Krankenkasse, wenn sich ein Tattoo entzündet?
Die Krankenkasse zahlt bei einer Tattoo-Entzündung nur zum Teil. Sie muss Sie in angemessener Höhe an den Kosten der Behandlung beteiligen. Das Krankengeld für diese Zeit muss sie ganz oder teilweise streichen oder zurückfordern.
Ist eine MRT-Untersuchung mit Tattoo gefährlich?
Eine MRT-Untersuchung mit Tattoo verläuft meist ohne Probleme. In einer Studie von 2019 mit 330 tätowierten Menschen spürten nur 2 etwas, eine Verbrennung trat nicht auf. Sagen Sie der Praxis trotzdem vorher, wo Sie große Tattoos haben.
