Welche Creme ein frisches Tattoo braucht
Ein frisches Tattoo ist eine offene Wunde, und es braucht deshalb eine Pflege, die für Wunden gedacht ist. Das Bundesumweltministerium rät zu einer geeigneten Wund- und Heilsalbe, zum Beispiel aus der Apotheke.
Genauer wird die Pharmazeutische Zeitung, die Fachzeitschrift der Apotheker. Hautärzte empfehlen nach ihren Angaben Salben mit Dexpanthenol, weil sie die Heilung der Wunde unterstützen. Dexpanthenol steht als Wirkstoff auf vielen Wund- und Heilsalben. Gut geeignet ist auch eine Creme, die mehr Wasser als Fett enthält, oder eine nicht zu fette Creme. Beide halten die Wunde geschmeidig.
Direkt nach dem Stechen trägt der Tätowierer oft Vaseline oder eine dicke Heilsalbe auf und legt dann die Folie an. So beschreibt es das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs. Für die Pflege zu Hause in den Wochen danach raten Apotheker und Hautärzte aber von Vaseline ab.
Wie oft und wie dünn Sie das Tattoo eincremen
Wie oft Sie cremen, hängt von der Heilmethode ab. Nach der Feuchtheilung unter Folie cremen Sie 3- bis 5-mal am Tag, bei der Trockenheilung nur 1- bis 2-mal. Bei der Trockenheilung soll die Creme vor allem verhindern, dass die Kruste zu hart wird und bei Bewegung aufreißt.
Das Ministerium gibt eine einfache Regel. Tupfen Sie immer dann dünn Salbe auf, wenn sich die Haut trocken anfühlt. Das Tattoo soll nicht austrocknen, aber auch nicht aufweichen. Wie oft das nötig ist, hängt von Ihrem Hauttyp ab, und gegen Ende der Heilung brauchen Sie die Salbe seltener.
Tragen Sie die Salbe immer nur dünn auf. Wer zu oft und zu dick cremt, vor allem mit einer fetten Creme, zieht Farbe aus dem Tattoo, warnt die Fachzeitschrift. Wird regelmäßig gecremt, bildet sich in der Regel kein Schorf, und die Haut bleibt elastisch.
Welche Wirkstoffe nicht auf ein frisches Tattoo gehören
Manche Zutaten schaden einem heilenden Tattoo mehr, als sie nützen. Apotheker warnen vor allem vor sehr fetten Mitteln, vor Duft- und Farbstoffen und vor Zusätzen aus Pflanzen.
| Zutat | Beispiele | Warum sie nicht passt |
|---|---|---|
| Sehr fette Mittel | Vaseline, Melkfett, Salben mit Zink oder Lebertran | Sie legen sich wie ein Film über die Haut, das behindert die Heilung. Fett aus Erdöl wie Vaseline kann außerdem die Farbe verblassen lassen. |
| Duftstoffe und Farbstoffe | Parfüm in Bodylotion, Duschgel oder Seife | Apotheker raten in jedem Fall zu Wundpflege ohne Duft- und Farbstoffe. |
| Zusätze aus Pflanzen | Ringelblume, Kamille, Teebaumöl | Sie können Allergien auslösen. |
| Sonnencreme | jede Sonnencreme | Sie gehört erst auf das Tattoo, wenn es vollständig verheilt ist. |
| Viele verschiedene Mittel | abwechselnd mehrere Salben und Seifen | Das Ausprobieren kann die Haut reizen. |
Bei Vaseline gibt es zwei Situationen. Direkt nach dem Stechen nutzt das Studio sie manchmal kurz unter der ersten Folie. Für die Pflege in den Wochen danach halten Apotheker sie für zu fett. Auch die amerikanische Gesellschaft der Hautärzte warnt, dass Fett aus Erdöl die Farbe verblassen lassen kann.
Sonnencreme kommt erst auf das Tattoo, wenn es ganz verheilt ist. Das rät eine Hautärztin der Cleveland Clinic, einer großen Klinik in den USA. Bis dahin halten Sie das frische Tattoo besser aus der Sonne.
Warum saubere Hände beim Eincremen zählen
Beim Eincremen kommen am leichtesten Keime in die Wunde. Viele Infektionen entstehen nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung erst in den Wochen der Heilung, etwa beim Eincremen mit den Händen. Auch eine verschmutzte Pflegecreme kann nach seiner Einschätzung Keime übertragen.
- Waschen Sie sich vor jedem Eincremen gründlich die Hände.
- Nehmen Sie Salbe aus einem Tiegel nicht mit den Fingern, sondern mit einem sauberen Spatel. So schreibt es der Hygieneplan der Länder sogar den Studios vor.
- Tupfen Sie die Salbe dünn auf, statt sie fest einzureiben.
- Fassen Sie das Tattoo sonst nicht an und kratzen Sie nicht.
Es gibt auch Salben und Gele, die Keime abtöten, etwa mit den Wirkstoffen Chlorhexidin oder Octenidin. Die Fachzeitschrift der Apotheker nennt sie als Möglichkeit, Infektionen von Anfang an vorzubeugen. Ob Sie so etwas brauchen, klären Sie in der Apotheke oder mit Ihrem Studio.
Wie lange Sie ein Tattoo eincremen
Pflegen Sie das Tattoo mindestens die ersten 2 Wochen, rät die Fachzeitschrift der Apotheker. Ganz abgeheilt ist es nach ihren Angaben meist erst nach 4 bis 6 Wochen, und so lange sollte es gepflegt werden.
Juckt das Tattoo, hilft Kühlen, etwa mit einem Kühlpack, das in ein Tuch gewickelt ist. Kratzen Sie nicht, sonst können Narben entstehen oder Farbe geht mit ab. Eine Kruste löst sich bei regelmäßigem Cremen irgendwann von selbst.
Ist das Tattoo verheilt, reicht bei trockener Haut eine Lotion oder Creme auf Wasserbasis. Das empfehlen die Hautärzte aus den USA. Ab dann braucht das Tattoo in der Sonne auch Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.
Wann Sie trotz Creme zum Arzt gehen
Bekommen Sie während der Pflege einen Ausschlag, starken Juckreiz, kleine Knötchen oder geschwollene Lymphknoten, gehen Sie sofort in Ihre Hausarzt- oder Hautarztpraxis. Das rät die Fachzeitschrift der Apotheker. Nehmen Sie die Salbe mit, die Sie benutzt haben.
Dasselbe gilt bei Zeichen einer Entzündung. Dazu gehören eine Rötung und Schwellung, die stärker werden, Schmerzen, die zunehmen, Eiter, Fieber und dünne rote Streifen, die vom Tattoo wegführen. Diese Zeichen nennt das Portal aus Österreich. Eine Salbe gegen Keime ersetzt dann nicht den Weg in die Praxis.
Häufige Fragen
Welche Creme ist für ein frisches Tattoo geeignet?
Für ein frisches Tattoo eignet sich eine Wund- und Heilsalbe ohne Duft- und Farbstoffe, zum Beispiel aus der Apotheke. Hautärzte empfehlen oft Salben mit Dexpanthenol. Tragen Sie die Salbe sehr dünn auf.
Darf ich Vaseline auf ein frisches Tattoo machen?
Für die tägliche Pflege eines frischen Tattoos raten Apotheker von Vaseline ab, weil sie zu fett ist und sich wie ein Film über die Wunde legt. Hautärzte in den USA warnen außerdem, dass Fett aus Erdöl die Farbe verblassen lassen kann. Direkt nach dem Stechen trägt das Studio sie manchmal kurz unter der Folie auf.
Wie oft muss ich ein frisches Tattoo eincremen?
Ein frisches Tattoo cremen Sie nach der Feuchtheilung 3- bis 5-mal am Tag ein, bei der Trockenheilung 1- bis 2-mal. Cremen Sie dünn nach, sobald sich die Haut trocken anfühlt. Gegen Ende der Heilung brauchen Sie die Salbe seltener.
Darf ich Bodylotion auf ein frisches Tattoo auftragen?
Bodylotion mit Parfüm gehört nicht auf ein frisches Tattoo, denn Apotheker raten zu Wundpflege ohne Duft- und Farbstoffe. Besser ist eine Wund- und Heilsalbe. Erst wenn das Tattoo verheilt ist, reicht bei trockener Haut eine Lotion auf Wasserbasis.
Wie lange muss man ein Tattoo eincremen?
Ein Tattoo cremen Sie mindestens die ersten 2 Wochen ein. Ganz abgeheilt ist es meist nach 4 bis 6 Wochen, und so lange sollte es gepflegt werden. Danach cremen Sie nur noch, wenn die Haut trocken ist.
Hilft eine Salbe gegen Keime bei einem frischen Tattoo?
Eine Salbe oder ein Gel, das Keime abtötet, kann bei einem frischen Tattoo Infektionen von Anfang an vorbeugen, schreibt die Fachzeitschrift der Apotheker. Infrage kommen Wirkstoffe wie Chlorhexidin oder Octenidin. Bei Zeichen einer Entzündung ersetzt so eine Salbe aber nicht den Weg in die Arztpraxis.
