Wie lange die Folie auf dem frischen Tattoo bleibt
Direkt nach dem Stechen deckt das Studio das Tattoo ab. Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs beschreibt den üblichen Ablauf so: Der Tätowierer trägt Vaseline oder eine dicke Heilsalbe auf und legt dann einen Folienverband an. Wie lange die Abdeckung bleibt, hängt vor allem davon ab, was für eine Folie es ist.
Die Spanne reicht von 1 bis 3 Stunden für Frischhaltefolie bis zu 2 bis 5 Tagen für einen Folienverband bei der Feuchtheilung. Für den üblichen Folienverband nennt das Bundesumweltministerium normalerweise etwa 2 Tage. Einen sterilen Verband, der Luft durchlässt, wechselt man dagegen schon nach einem halben bis ganzen Tag.
| Abdeckung | Wie lange sie bleibt | Woher die Angabe stammt |
|---|---|---|
| Frischhaltefolie | 1 bis 3 Stunden | Pharmazeutische Zeitung |
| Steriler Verband, der Luft durchlässt | ein halber bis ganzer Tag, dann Wechsel | Pharmazeutische Zeitung |
| Folienverband, wie ihn Ärzte verwenden | normalerweise etwa 2 Tage | Bundesumweltministerium |
| Folienverband bei der Feuchtheilung | 2 bis 5 Tage | Pharmazeutische Zeitung |
Feste Fristen gibt es trotzdem nicht. Der Hersteller von Suprasorb, einem Folienverband aus der Wundversorgung, überlässt den Wechsel ausdrücklich dem Fachpersonal. Es entscheidet nach dem Zustand der Wunde und danach, wie viel Wundwasser austritt. Halten Sie sich deshalb an die Angabe Ihres Studios, und fragen Sie nach, wenn es keine genannt hat.
Warum eine Folie das frische Tattoo schützt
Ein frisches Tattoo ist eine offene Wunde. In den ersten Stunden tritt Wundwasser aus, gemischt mit etwas Blut und Farbe. Das ist normal und kein Zeichen für einen Fehler, so beschreibt es auch eine Hautärztin der Cleveland Clinic, einer großen Klinik in den USA.
Eine Abdeckung fängt diese Flüssigkeit auf. Sie hält Schmutz und Keime fern und schützt die Wunde an Stellen, an denen Kleidung reibt. Ein Folienverband aus der Wundversorgung kann noch mehr. Er ist durchsichtig, deshalb sehen Sie die Wunde, ohne ihn abzunehmen. Er hält die Wunde feucht, lässt Wasserdampf nach außen, und Sie können damit duschen.
Frischhaltefolie ist dafür nur kurz geeignet. Darunter stauen sich Wärme und Feuchtigkeit, und Tätowierer raten deshalb, sie schon nach 1 bis 3 Stunden abzunehmen. Die Pharmazeutische Zeitung, die Fachzeitschrift der Apotheker, hält sterilen Verband für die bessere Wahl.
Was Suprasorb auf dem Tattoo ist
Suprasorb F ist ein durchsichtiger, selbstklebender Folienverband aus der Wundversorgung. Für frische Tattoos rät das Ministerium genau zu so einem Folienverband, wie ihn auch Ärzte verwenden. Solche Folien heißen auch Zweitheilfolie oder Second Skin. Suprasorb ist ein Markenname, und auch andere Hersteller bieten Folienverbände an.
Der Hersteller beschreibt die Folie so. Sie hält die Wunde feucht, lässt Wasserdampf durch und schützt vor Keimen von außen. Duschen ist mit ihr möglich. Eine feste Tragedauer nennt der Hersteller nicht, den Wechsel legt nach seinen Angaben das Fachpersonal fest.
Eine Pflicht zu einer bestimmten Folie gibt es nicht. Der Hygieneplan der Länder verlangt nur, dass das Studio die Wunde bei Bedarf mit einem Verband abdeckt, der direkt aus der Originalpackung kommt. Das kann auch steriler Mull oder ein Pflaster sein.
Feuchtheilung und Trockenheilung im Vergleich
Nach der ersten Abdeckung gibt es zwei Wege. Bei der Feuchtheilung bleibt das Tattoo einige Tage unter einem Folienverband, danach cremen Sie es 3- bis 5-mal am Tag ein. Bei der Trockenheilung bleibt die Wunde offen an der Luft, und Sie cremen nur 1- bis 2-mal am Tag. So beschreibt es die Fachzeitschrift der Apotheker.
Die Feuchtheilung arbeitet also mit 2 bis 5 Tagen Folie und danach 3- bis 5-mal Creme am Tag. Die Trockenheilung kommt ohne Folie aus und mit 1- bis 2-mal Creme am Tag.
| Frage | Feuchtheilung | Trockenheilung |
|---|---|---|
| Abdeckung | Folienverband für 2 bis 5 Tage | keine, die Wunde bleibt an der Luft |
| Eincremen | nach dem Abnehmen 3- bis 5-mal am Tag | 1- bis 2-mal am Tag |
| Kruste | bildet sich bei regelmäßigem Cremen meist nicht | bildet sich und soll nicht zu hart werden |
| Passt gut, wenn | Kleidung an der Stelle reibt oder Sie duschen wollen | Sie auf den Kleber von Pflastern reagieren |
Auch bei der Trockenheilung cremen Sie also ein, nur seltener. Die Creme soll verhindern, dass die Kruste zu hart wird und bei Bewegung aufreißt. Kratzen Sie eine Kruste nie ab, sonst können Narben entstehen oder Farbe geht mit ab.
Eine der beiden Methoden schreiben weder das Ministerium noch das Portal aus Österreich vor. Wichtig ist bei beiden, dass das Tattoo weder austrocknet noch aufweicht, so das Ministerium.
Welche Heilmethode zu Ihrem Tattoo passt
Welche Methode passt, hängt von Ihrer Haut, von der Körperstelle und von Ihrem Alltag ab. Besprechen Sie sie vor dem Termin mit Ihrem Studio, und bleiben Sie dann bei einer Methode. Das Ministerium rät ausdrücklich davon ab, mit verschiedenen Salben und Seifen zu experimentieren.
Reagieren Sie auf Pflaster oder Kleber mit Juckreiz oder Ausschlag?
Sagen Sie das dem Studio vor dem Stechen. Dann passt eher die Trockenheilung oder eine Folie mit einem anderen Kleber.
Reibt an der Stelle Kleidung, ein Gurt oder ein Träger?
Hier schützt ein Folienverband die Wunde vor Reibung. Fragen Sie Ihr Studio nach der Feuchtheilung.
Wollen Sie in den ersten Tagen ohne Sorge duschen?
Ein Folienverband lässt das Duschen zu. Er bleibt so lange, wie das Studio sagt.
Beide Wege sind möglich. Entscheiden Sie mit Ihrem Studio und bleiben Sie dann bei der Methode.
So nehmen Sie die Tattoo-Folie richtig ab
Beim Abnehmen soll die frische Haut nicht einreißen. Die Schritte stammen vom Ministerium und von der Hautärztin aus den USA.
- Waschen Sie sich gründlich die Hände.
- Weichen Sie die Folie mit warmem Wasser ein, zum Beispiel unter der Dusche. So löst sich der Kleber leichter.
- Ziehen Sie die Folie langsam und vorsichtig ab, nicht mit einem Ruck.
- Reinigen Sie das Tattoo vorsichtig mit lauwarmem Wasser und milder Seife.
- Tupfen Sie es trocken, am besten mit einem sauberen Papiertuch.
- Cremen Sie das Tattoo sehr dünn ein, zum Beispiel mit einer Wund- und Heilsalbe aus der Apotheke.
Danach braucht das Tattoo viel frische Luft. Cremen Sie immer dann dünn nach, wenn sich die Haut trocken anfühlt. Für die Wochen danach eignet sich eine Creme für frische Tattoos ohne Duftstoffe.
Wann Sie die Tattoo-Folie früher abnehmen
Löst sich die Folie an den Rändern, können Wasser und Schmutz darunter kommen, und sie schützt nicht mehr. Läuft Flüssigkeit unter der Folie heraus, gilt dasselbe. Rufen Sie dann Ihr Studio an und fragen Sie, ob Sie die Folie abnehmen oder wechseln sollen.
Juckt oder brennt die Haut am Rand der Folie, oder bildet sich dort ein Ausschlag, kann der Kleber die Ursache sein. Nehmen Sie die Folie in diesem Fall ab und sagen Sie dem Studio Bescheid.
Wird die Haut unter der Folie von Tag zu Tag röter, dicker oder schmerzhafter, oder sehen Sie Eiter, gehen Sie in Ihre Hausarzt- oder Hautarztpraxis. Die übrigen Warnzeichen gelten wie bei jeder Tattoo-Nachsorge in den ersten 14 Tagen.
Häufige Fragen
Wie lange muss die Folie auf einem frischen Tattoo bleiben?
Ein Folienverband bleibt normalerweise etwa 2 Tage auf einem frischen Tattoo, sagt das Bundesumweltministerium. Bei der Feuchtheilung tragen manche Studios ihn 2 bis 5 Tage. Frischhaltefolie nehmen Sie dagegen schon nach 1 bis 3 Stunden ab.
Darf ich mit Suprasorb auf dem Tattoo duschen?
Ja, mit Suprasorb auf dem Tattoo dürfen Sie duschen, das nennt der Hersteller ausdrücklich. Die Folie schützt die Wunde vor Keimen von außen. Lange Bäder sind in den ersten Wochen trotzdem tabu, weil ein frisches Tattoo nicht aufweichen soll.
Ist Frischhaltefolie für ein frisches Tattoo geeignet?
Frischhaltefolie eignet sich für ein frisches Tattoo nur für wenige Stunden. Darunter stauen sich Wärme und Feuchtigkeit, deshalb kommt sie nach 1 bis 3 Stunden ab. Ein steriler Verband ist nach Ansicht von Apothekern besser.
Was ist der Unterschied zwischen Feuchtheilung und Trockenheilung beim Tattoo?
Der Unterschied zwischen Feuchtheilung und Trockenheilung liegt in der Abdeckung. Bei der Feuchtheilung bleibt das Tattoo einige Tage unter einem Folienverband und wird danach 3- bis 5-mal am Tag eingecremt. Bei der Trockenheilung bleibt es an der Luft und wird nur 1- bis 2-mal am Tag dünn eingecremt.
Warum sammelt sich unter der Tattoo-Folie Flüssigkeit?
Unter der Tattoo-Folie sammelt sich Wundwasser, gemischt mit etwas Blut und Farbe. Das ist in den ersten Tagen normal, denn ein frisches Tattoo ist eine offene Wunde. Läuft die Flüssigkeit aus oder löst sich die Folie, fragen Sie Ihr Studio.
Muss ich ein Tattoo nach der Folie eincremen?
Ja, nach dem Abnehmen der Folie cremen Sie das Tattoo sehr dünn ein, am besten mit einer Wund- und Heilsalbe aus der Apotheke. Danach cremen Sie immer dann nach, wenn die Haut spannt. Das Tattoo soll weder austrocknen noch aufweichen.
