Womit Sie ein frisches Piercing reinigen
Für die Pflege empfiehlt der Verband der professionellen Piercer, die Association of Professional Piercers, eine sterile Kochsalzlösung zur Wundspülung. Sie gibt es als Spray in der Apotheke. Achten Sie darauf, dass sie nur 0,9 Prozent Kochsalz enthält und sonst nichts.
Leitungswasser ist dafür keine gute Wahl. Das bayerische Landesamt für Gesundheit weist darauf hin, dass weder Leitungswasser noch destilliertes Wasser wirklich frei von Keimen sind.
So pflegen Sie das Piercing:
- Waschen Sie sich gründlich die Hände.
- Sprühen Sie die Kochsalzlösung auf die Ein- und Austrittsstelle.
- Weichen Sie Krusten damit auf, statt sie abzukratzen.
- Tupfen Sie die Stelle mit sauberem Einmalpapier trocken, nicht mit einem Handtuch.
- Fassen Sie das Piercing danach nicht mehr an.
Reinigen Sie nicht zu oft. Zu viel Reinigung reizt die Stelle und kann die Heilung verzögern, schreibt der Verband.
Was auf ein frisches Piercing nicht gehört
Viele Hausmittel schaden mehr, als sie nützen. Der Verband rät von diesen Mitteln ab:
- Alkohol, Wasserstoffperoxid, Jod und andere scharfe Mittel
- antibakterielle Seifen und Lösungen für Ohrlöcher mit dem Wirkstoff Benzalkoniumchlorid
- Salben, weil sie die Luft abschließen, die die Wunde braucht
Auch Ihre Finger gehören nicht an das Piercing, außer beim Reinigen. Drehen oder schieben Sie den Schmuck nicht. Das ist nicht nötig und reizt den frischen Stichkanal.
Was Sie in der Heilungszeit meiden
Bis das Piercing verheilt ist, schützen Sie es vor Keimen, Druck und Reibung:
- Baden Sie das Piercing nicht in Seen, Schwimmbädern, im Meer oder im Whirlpool.
- Schlafen Sie nicht auf einem frischen Knorpelpiercing. Ein sauberes T-Shirt über dem Kissen gibt jede Nacht eine frische Fläche.
- Reinigen Sie Handy, Kopfhörer und Brille regelmäßig, wenn das Piercing am Ohr oder im Gesicht sitzt.
- Schützen Sie ein Bauchnabel-Piercing vor enger Kleidung und Stößen beim Sport.
- Lassen Sie den Schmuck immer drin, auch für kurze Zeit nicht herausnehmen.
Wie lange diese Regeln gelten, hängt von der Stelle ab. Am Ohrläppchen sind es 6 bis 8 Wochen, im Ohrknorpel 3 bis 12 Monate. Die Zeiten für alle Stellen stehen im Ratgeber zur Heilungsdauer von Piercings.
Was beim heilenden Piercing normal ist
In den ersten Tagen sind etwas Blut, eine Schwellung, Empfindlichkeit und ein blauer Fleck normal. Später kann die Stelle sich verfärben und jucken. Oft tritt eine weißlich-gelbe Flüssigkeit aus, die zu kleinen Krusten trocknet.
Das alles gehört zur normalen Heilung und ist noch kein Zeichen einer Entzündung. Wichtig ist der Verlauf: Von Woche zu Woche sollte es besser werden, nicht schlechter.
Wann Sie mit dem Piercing zum Arzt gehen
Wird die Stelle immer röter, dicker und schmerzhafter statt besser, kann es eine Entzündung sein. Gehen Sie dann in eine Arztpraxis, am besten zur Hausärztin oder in eine Hautarztpraxis. Der Verband der Piercer warnt, einen Verdacht auf eine Entzündung nie zu ignorieren.
Nehmen Sie den Schmuck nicht einfach selbst heraus. Ob er drinbleibt, besprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt. Ohne Schmuck kann sich das Loch innerhalb von Minuten verengen oder schließen.
Rechnen Sie damit, dass Sie einen Teil der Kosten selbst tragen. Kommt eine Krankheit von einem Piercing, muss die Krankenkasse Sie an den Kosten beteiligen.
Wann der Schmuck gekürzt oder gewechselt wird
Der erste Schmuck ist oft etwas länger, damit Platz für die Schwellung bleibt. Geht sie zurück, setzt die Piercerin einen kürzeren Stab ein. Das macht sie selbst, weil das Piercing dann noch nicht verheilt ist.
Den Schmuck selbst wechseln Sie erst, wenn das Piercing ganz verheilt ist. Welches Material Sie dann tragen können, erklärt der Ratgeber zu Titan, Chirurgenstahl oder Gold.
Häufige Fragen
Womit reinige ich ein frisches Piercing?
Ein frisches Piercing reinigen Sie mit steriler Kochsalzlösung, die nur 0,9 Prozent Salz enthält. Sie gibt es als Spray in der Apotheke. Tupfen Sie die Stelle danach mit Einmalpapier trocken.
Darf ich ein frisches Piercing mit Alkohol desinfizieren?
Nein, ein frisches Piercing desinfizieren Sie nicht mit Alkohol. Der Verband der professionellen Piercer rät von Alkohol, Wasserstoffperoxid, Jod und scharfen Seifen ab, weil sie die Wunde reizen.
Muss ich den Schmuck eines frischen Piercings drehen?
Nein, den Schmuck eines frischen Piercings müssen Sie nicht drehen. Das Drehen ist unnötig und reizt den Stichkanal. Fassen Sie das Piercing nur zum Reinigen an.
Darf ich mit einem frischen Piercing schwimmen gehen?
Nein, mit einem frischen Piercing gehen Sie bis zur Heilung nicht in Seen, Schwimmbäder, das Meer oder einen Whirlpool. Das Wasser kann Keime in die Wunde bringen.
Ist Flüssigkeit an einem frischen Piercing normal?
Ja, eine weißlich-gelbe Flüssigkeit an einem frischen Piercing ist normal und trocknet zu kleinen Krusten. Wird die Stelle aber immer röter, dicker und schmerzhafter, gehen Sie in eine Arztpraxis.
