Wie lange ein Piercing je nach Körperstelle heilt
Die kürzeste Heilungszeit haben Piercings im Mund mit 3 bis 6 Wochen. Die längste haben Ohrknorpel und Brustwarze mit bis zu 12 Monaten. Dazwischen liegen Ohrläppchen und Lippe mit 6 bis 8 Wochen und der Nasenflügel mit 2 bis 8 Monaten:
| Körperstelle | Heilungszeit |
|---|---|
| Zunge und Mundinnenraum | 3 bis 6 Wochen |
| Ohrläppchen, Augenbraue, Lippe | 6 bis 8 Wochen |
| Intimbereich | 1 bis 9 Monate |
| Nasenflügel | 2 bis 8 Monate |
| Ohrknorpel, etwa Helix oder Tragus | 3 bis 12 Monate |
| Bauchnabel | bis 9 Monate |
| Brustwarze | 6 bis 12 Monate |
Die Zeiten stammen aus einer ärztlich geprüften Übersicht des US-Gesundheitsdienstes Kaiser Permanente. Der Verband der professionellen Piercer, die Association of Professional Piercers, bestätigt die Größenordnung: Knorpel, Bauchnabel und Nasenflügel können sechs Monate oder länger brauchen. Er betont auch, dass jeder Körper anders heilt und niemand eine Heilungszeit garantieren kann.
Warum Knorpel und Bauchnabel so lange heilen
Weiches Gewebe wie Zunge, Lippe und Ohrläppchen heilt schnell. Festes Gewebe wie Knorpel braucht dagegen viel länger. Der Verband der professionellen Piercer nennt für Knorpel, Bauchnabel und Nasenflügel sechs Monate oder mehr.
Dazu kommen Druck und Reibung. Der Verband rät deshalb je nach Stelle zu diesen Handgriffen:
- Bauchnabel: Schützen Sie die Stelle vor enger Kleidung und Stößen beim Sport, etwa mit einer festen, belüfteten Augenklappe aus der Apotheke.
- Ohr und Ohrknorpel: Schlafen Sie nicht auf dem frischen Knorpelpiercing. Ein Reisekissen hilft. Reinigen Sie Handy, Kopfhörer und Brille regelmäßig und waschen Sie Mützen und Schals oft.
- Kissen: Ziehen Sie ein sauberes T-Shirt über das Kissen und drehen Sie es jede Nacht, so liegt das Ohr immer auf einer frischen Fläche.
- Brustwarze: Ein enges Baumwollshirt oder ein Sport-BH schützt die Stelle, auch nachts.
Woran Sie erkennen, dass das Piercing verheilt ist
In den ersten Tagen sind etwas Blut, eine Schwellung, Empfindlichkeit und ein blauer Fleck normal. Danach kann die Stelle sich verfärben, jucken und eine weißlich-gelbe Flüssigkeit absondern, die kleine Krusten bildet. Auch das gehört nach dem Verband der professionellen Piercer zur normalen Heilung.
Verheilt ist ein Piercing erst, wenn die Stelle nicht mehr nässt, nicht mehr schmerzt und nicht mehr rot ist. Achtung: Ein Piercing heilt von außen nach innen. Außen kann es schon gut aussehen, während der Kanal innen noch empfindlich ist.
Wann Sie den Schmuck des Piercings wechseln dürfen
Den Erstschmuck wechseln Sie erst, wenn das Piercing vollständig verheilt ist. Vorher kann ein Wechsel die Wunde verletzen und Keime hineinbringen.
Eine Ausnahme ist das Kürzen. Der Erstschmuck ist oft etwas länger, damit Platz für die Schwellung bleibt. Geht die Schwellung zurück, setzt die Piercerin einen kürzeren Stab ein. Das sollte sie machen und nicht Sie selbst, weil das Piercing zu diesem Zeitpunkt noch nicht verheilt ist.
Wie Sie die Wunde bis dahin pflegen, erklärt der Ratgeber zur Piercing-Nachsorge.
Was die Heilung eines Piercings verlängert
Manches können Sie selbst beeinflussen. Diese Dinge verlängern nach dem Verband der professionellen Piercer die Heilung oder reizen die Stelle:
- die Stelle oft anfassen oder den Schmuck drehen
- zu oft oder mit scharfen Mitteln reinigen, etwa mit Alkohol oder Wasserstoffperoxid
- Salben auftragen, die die Luft abschließen
- baden, im See, im Meer oder im Whirlpool schwimmen
- Druck und Reibung durch Kleidung, Kopfhörer oder Schlafen auf der Stelle
Auch das Material des Schmucks spielt eine Rolle. Schmuck aus geprüftem Titan reizt die Haut weniger als billiges Metall, das Nickel abgibt. Mehr dazu steht im Ratgeber zu Titan, Chirurgenstahl oder Gold.
Wann ein heilendes Piercing zum Arzt muss
Eine gewisse Rötung und etwas Flüssigkeit sind normal. Wird die Stelle aber immer röter und dicker statt besser, kann es eine Entzündung sein. Gehen Sie dann in eine Arztpraxis.
Der Verband der professionellen Piercer rät, einen Verdacht auf eine Entzündung nie zu ignorieren, weil sich manche Entzündungen schnell verschlimmern. Ob der Schmuck dabei drinbleibt, besprechen Sie mit der Ärztin oder dem Arzt.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Ohrloch verheilt ist?
Ein Ohrloch im Ohrläppchen braucht etwa 6 bis 8 Wochen, bis es verheilt ist. Ein Piercing im Ohrknorpel braucht dagegen 3 bis 12 Monate. Lassen Sie den Schmuck in dieser Zeit drin.
Wie lange heilt ein Bauchnabel-Piercing?
Ein Bauchnabel-Piercing heilt bis zu 9 Monate. Schützen Sie die Stelle in dieser Zeit vor enger Kleidung, weil Reibung die Heilung stört.
Wie lange heilt ein Zungenpiercing?
Ein Zungenpiercing heilt in 3 bis 6 Wochen und damit schneller als die meisten anderen Piercings. In den ersten Tagen sind eine Schwellung und etwas Empfindlichkeit normal.
Wann darf ich den Schmuck meines Piercings wechseln?
Den Schmuck Ihres Piercings wechseln Sie erst, wenn es vollständig verheilt ist. Vorher darf nur die Piercerin den Stab kürzen, wenn die Schwellung zurückgegangen ist.
Woran erkenne ich, dass mein Piercing verheilt ist?
Ihr Piercing ist verheilt, wenn die Stelle nicht mehr nässt, nicht mehr schmerzt und nicht mehr rot ist. Ein Piercing heilt von außen nach innen, deshalb kann es außen fertig aussehen, bevor es innen verheilt ist.
