In 4 Schritten zum ersten Tattoo
Ein Tattoo bleibt ein Leben lang, weil der Tätowierer die Farbe in die Lederhaut sticht. Diese tiefere Hautschicht erneuert sich nicht, anders als die Oberhaut darüber. Deshalb lohnt es sich, das erste Tattoo in Ruhe und in einer festen Reihenfolge zu planen.
- Wählen Sie das Motiv und prüfen Sie, ob es Ihnen auch in zehn Jahren noch gefällt.
- Wählen Sie den Stil, also wie das Motiv gestochen wird, etwa mit feinen Linien oder mit großen schwarzen Flächen.
- Legen Sie die Größe so fest, dass feine Details auch nach Jahren noch Platz haben.
- Wählen Sie die Körperstelle nach Schmerz, nach Ihrem Beruf und danach, wie gut ein Tattoo dort altert.
Sie sind mit Ihrem Wunsch nicht allein. 17 Prozent der Menschen in Deutschland sind tätowiert, so eine Umfrage aus dem Jahr 2021, die das Bundesinstitut für Risikobewertung zitiert. Am häufigsten haben 25- bis 34-Jährige mehrere Tattoos.
Haben Sie an der gewünschten Stelle schon ein altes Tattoo?
Dann geht es um ein Cover-up oder eine Laserbehandlung. Klären Sie zuerst, ob ein neues Motiv das alte überdecken kann.
Arbeiten Sie als Beamtin oder Beamter, etwa bei der Polizei, oder wollen Sie dorthin?
Klären Sie vor der Wahl der Stelle, welche Tattoos im Dienst sichtbar sein dürfen. Die Länder können die Einzelheiten selbst festlegen.
Soll das Motiv feine Linien oder kleine Schrift haben?
Planen Sie es größer und an einer Stelle, die wenig beansprucht wird. Fragen Sie im Studio, wie es in einigen Jahren aussieht.
Wählen Sie die Stelle nach Ihrem Schmerzempfinden. Oberarm und Oberschenkel schmerzen oft weniger als Knie und Wirbelsäule.
Ein Tattoo-Motiv finden, das lange gefällt
Ein Motiv auszusuchen ist eine sehr persönliche Sache, und dafür sollten Sie sich Zeit lassen. So rät es das Bundesumweltministerium auf seinem Portal für Tattoo-Einsteiger. Denken Sie dabei auch an Größe und Sichtbarkeit, weil sichtbare Tattoos nicht in jedem Beruf gern gesehen sind.
Eine einfache Probe hilft bei der Entscheidung. Lassen Sie sich das Motiv aufmalen und laufen Sie eine Weile damit herum. So merken Sie im Alltag, ob es Ihnen auf Dauer gefällt.
Rechnen Sie nicht damit, ein Tattoo später einfach wieder loszuwerden. Eine Entfernung ist oft schwer und aufwendig, und das Ergebnis ist manchmal wenig zufriedenstellend. Mit dem Laser darf seit dem 31. Dezember 2020 nur eine Ärztin oder ein Arzt arbeiten.
Bringen Sie eigene Ideen und Beispielbilder zur Beratung mit, aber lassen Sie kein fremdes Tattoo aus dem Netz kopieren. Das Amtsgericht Köln hat 2025 entschieden, dass auch Tattoo-Motive urheberrechtlich geschützt sein können. Ein eigener Entwurf des Studios ist deshalb der sichere Weg.
Welcher Tattoo-Stil zu Ihrem ersten Motiv passt
Der Stil bestimmt, wie Ihr Motiv auf der Haut aussieht und wie es altert. Für sehr dünne Linien sticht der Tätowierer oft mit einer einzelnen Nadel. Für Flächen nutzt er einen Block von bis zu 45 Nadeln.
Sehr detailreiche, fotoähnliche oder filigrane Motive verändern sich mit den Jahren besonders. Das Ministerium rät, bei solchen Motiven im Studio nachzufragen, wie sie sich verändern könnten. Suchen Sie außerdem einen Tätowierer, der genau Ihren Stil sticht, und lassen Sie sich Fotos seiner bisherigen Arbeiten zeigen.
Fine Line, Realism, Blackwork und Traditional verlangen jeweils anderes Können, deshalb lohnt sich ein Blick auf die Tattoo-Stile im Vergleich.
Wie groß Ihr erstes Tattoo sein sollte
Eine feste Mindestgröße gibt es nicht. Wichtig ist, dass Ihr Motiv auch in einigen Jahren noch gut zu erkennen ist. Linien werden mit der Zeit breiter, und feine Linien können ineinander verschwimmen. Kleine Schrift und winzige Details brauchen deshalb mehr Platz, als es am ersten Tag scheint.
Die Größe bestimmt auch den Preis. Je größer und detailreicher ein Tattoo ist, desto teurer wird es, und jede weitere Farbe ist ein zusätzlicher Arbeitsschritt. Viele Studios rechnen nach Stunden ab, und laut dem Kölner Urteil sind 100 bis 250 Euro je Stunde branchenüblich.
Planen Sie die Größe gemeinsam mit dem Tätowierer. Am Termin überträgt er den Entwurf auf Ihre Haut, und Sie prüfen ihn am besten vor dem Spiegel. Gefällt Ihnen die Größe oder ein Detail nicht, lassen Sie es vor dem ersten Stich ändern.
Welche Körperstelle zum ersten Tattoo passt
Bei der Körperstelle zählen drei Fragen. Wie stark tut es dort weh, darf das Tattoo im Beruf sichtbar sein, und wie gut altert es an dieser Stelle?
Besonders empfindlich sind Stellen, an denen wenig Gewebe zwischen Haut und Knochen liegt, und Stellen mit vielen Nerven. Deshalb schmerzt ein Tattoo an den Knien oder entlang der Wirbelsäule oft mehr als am Oberarm oder am Oberschenkel. Mehr dazu, wo ein Tattoo am meisten wehtut, hilft bei der Wahl.
Im öffentlichen Dienst gelten eigene Regeln. Bei Beamtinnen und Beamten der Länder, etwa bei der Polizei, dürfen Tattoos im sichtbaren Bereich eingeschränkt oder verboten werden, wenn das Amt es erfordert. Ein Tattoo, das sich nicht ablegen lässt und nicht zum Amt passt, kann sogar die Verbeamtung verhindern.
Tattoos an Stellen, die viel beansprucht werden oder sich viel bewegen, altern schneller und stärker. Das Ministerium nennt als Beispiele Hände und Knöchel. Sonne bleicht ein Tattoo außerdem mit der Zeit aus.
Auch beim unteren Rücken lohnt ein zweiter Gedanke. Ein Tattoo nahe der Wirbelsäule kann nach dem österreichischen Gesundheitsportal eine Betäubung in den Rücken erschweren, den sogenannten Kreuzstich.
Wann der Termin für das erste Tattoo passt
Der Sommer eignet sich am wenigsten für ein neues Tattoo. Sie schwitzen in der Sonne und wollen baden gehen, und beides verträgt ein frisches Tattoo schlecht. Herbst, Winter oder Frühling sind besser.
An der Oberfläche braucht ein Tattoo etwa zwei Wochen zum Abheilen. Legen Sie den Termin deshalb nicht direkt vor einen Urlaub am Meer.
Gehen Sie nicht krank zum Termin, auch nicht mit einer Erkältung, weil dann das Risiko einer Wundinfektion steigt. Ein seriöses Studio schickt kranke Kundinnen und Kunden wieder nach Hause.
Ein gesetzliches Mindestalter für Tattoos gibt es in Deutschland nicht. Viele Studios tätowieren trotzdem erst ab 18 Jahren, und die meisten verlangen unter 18 die Zustimmung der Eltern.
Häufige Fragen
Welche Körperstelle eignet sich für das erste Tattoo?
Für das erste Tattoo eignen sich Stellen mit viel Gewebe zwischen Haut und Knochen, etwa Oberarm oder Oberschenkel, weil das Stechen dort oft weniger wehtut. Prüfen Sie außerdem, ob die Stelle im Beruf verdeckt sein muss. Hände und Knöchel altern schneller als andere Stellen.
Wie groß sollte das erste Tattoo sein?
Das erste Tattoo sollte so groß sein, dass feine Linien und Schrift auch nach einigen Jahren noch Platz haben. Linien werden mit der Zeit breiter, und feine Linien können ineinander verschwimmen. Eine feste Mindestgröße gibt es nicht, planen Sie die Größe deshalb mit dem Tätowierer.
Wie finde ich ein Tattoo-Motiv, das mir lange gefällt?
Ein Tattoo-Motiv, das lange gefällt, finden Sie am ehesten mit viel Zeit und einer Probe im Alltag. Lassen Sie sich das Motiv aufmalen und tragen Sie es eine Weile. Denken Sie auch an Größe und Sichtbarkeit, weil sichtbare Tattoos nicht in jedem Beruf gern gesehen sind.
Wie weh tut das erste Tattoo?
Das erste Tattoo tut weh, und wie stark, hängt von Ihnen und von der Körperstelle ab. Was sich für den einen wie ein leichtes Stechen anfühlt, kann für den anderen kaum auszuhalten sein. An Stellen mit wenig Gewebe über dem Knochen und mit vielen Nerven schmerzt es besonders.
Kann ich ein Tattoo später wieder entfernen lassen?
Ein Tattoo lässt sich entfernen, aber oft nur schwer und mit großem Aufwand, und das Ergebnis ist manchmal wenig zufriedenstellend. Mit dem Laser darf seit dem 31. Dezember 2020 nur eine Ärztin oder ein Arzt arbeiten. Planen Sie Ihr erstes Tattoo deshalb so, als bliebe es für immer.
