Warum ein Tattoo ein Leben lang sichtbar bleibt
Die oberste Hautschicht, die Oberhaut, erneuert sich ständig. Neue Zellen wandern innerhalb von 4 Wochen an die Oberfläche und schuppen dann ab. Farbe, die dort landet, wäre bald wieder verschwunden. Deshalb sticht der Tätowierer die Farbe tiefer, in die Lederhaut. Diese Schicht erneuert sich nicht, und die Farbe bleibt dort dauerhaft.
Ganz ruhig liegt die Farbe trotzdem nicht. Gleich nach dem Stechen und während der Heilung transportiert der Körper überschüssige Farbe zum Teil ab. Die Lederhaut ist von feinen Blut- und Lymphgefäßen durchzogen, und über die Lymphgefäße können auch Farbteilchen an andere Stellen gelangen. So wurden Farbpigmente zum Beispiel in Lymphknoten gefunden.
Was das über viele Jahre für die Gesundheit bedeutet, ist noch nicht geklärt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht dazu weiteren Forschungsbedarf.
Wie sich ein Tattoo mit den Jahren verändert
Mit dem Alter lässt die Spannkraft der Haut nach, sie bekommt Falten, und das Tattoo verändert sich mit. Auch wer stark zunimmt oder abnimmt, kann das am Tattoo sehen.
Am deutlichsten zeigt sich das Altern an den Linien. Sie werden mit den Jahren breiter, und feine Linien können ineinander verschwimmen. Sonne bleicht das Tattoo zusätzlich aus, und seine Kontraste können verschwimmen.
Sichtbar bleibt ein Tattoo trotzdem ein Leben lang, auch wenn es über die Jahre etwas verblasst. So beschreibt es auch das österreichische Gesundheitsportal.
| Ursache | Was am Tattoo passiert | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Sonne | Die Farben bleichen aus, die Kontraste verschwimmen | Das abgeheilte Tattoo vor Sonne schützen |
| Hautalterung | Die Haut wird weniger straff und faltig, das Motiv verändert sich mit | Feine Details von Anfang an größer planen |
| Viel Reibung und Bewegung | Tattoos an Händen und Knöcheln altern schneller | Für feine Motive eine ruhigere Stelle wählen |
| Zu tiefes Stechen | Die Farbe verläuft unter der Haut, es entsteht ein Blow-out | Verheilte Arbeiten des Tätowierers ansehen |
Warum Sonne ein Tattoo verblassen lässt
Die UV-Strahlen der Sonne verändern die Farbpigmente. Sie können die Pigmente aufspalten, und das Tattoo verblasst mit der Zeit. Tätowierte Haut ist außerdem oft empfindlicher gegen Sonne und kann sich röten, anschwellen oder jucken.
Bei manchen bunten Farben kommt ein Risiko dazu. Bestimmte Pigmente, die sogenannten Azo-Pigmente, werden durch Sonnenlicht gespalten. Das Tattoo verblasst dann schnell, und es werden Stoffe frei, die zum Teil Krebs oder Allergien auslösen können.
Ein abgeheiltes Tattoo braucht deshalb guten Sonnenschutz. Wie Sie das im Alltag umsetzen, gehört zur Frage, wie Sie ein Tattoo vor der Sonne schützen.
Welche Körperstellen ein Tattoo schlecht halten
Tattoos an Stellen, die viel beansprucht werden oder sich viel bewegen, altern schneller und stärker. Das Bundesumweltministerium nennt als Beispiele Hände und Knöchel. Zu den Händen zählen auch die Finger.
An Handflächen und Fußsohlen kommt die Haut selbst dazu. Die Oberhaut ist dort bis zu 4 Millimeter dick. Bei Druck und Reibung teilen sich ihre Zellen schneller, und es bildet sich Hornhaut. Fragen Sie das Studio vor einem Tattoo an Fingern, Handfläche oder Fuß deshalb ausdrücklich, wie solche Arbeiten nach einigen Jahren aussehen.
Auch die Innenseite des Oberarms verlangt Sorgfalt. Hautärzte aus den USA weisen darauf hin, dass Lederhaut und Bindegewebe je nach Körperstelle unterschiedlich dick und dicht sind. Stellen wie die Innenseite des Arms können deshalb anfälliger für einen Blow-out sein.
Was ein Blow-out beim Tattoo ist
Ein Blow-out ist ein verschwommener Schatten rund um die Linien eines Tattoos. Die Ränder wirken unscharf, und die Haut daneben sieht aus wie bei einem blauen Fleck. Ein Blow-out entsteht, wenn die Farbe zu tief gestochen wird und bis ins Fettgewebe unter der Lederhaut gelangt. Häufige Ursache ist eine falsche Technik, zum Beispiel zu viel Druck mit der Nadel.
Ein Blow-out ist etwas anderes als das langsame Breiterwerden der Linien über viele Jahre, denn er zeigt sich früh. In einem Fallbericht aus den USA verteilte sich die Farbe am Fußrücken schon am ersten Tag nach dem Stechen über die Ränder des Tattoos hinaus. Die Frau hoffte, dass es von selbst besser wird, doch der Schatten wurde in den folgenden Wochen stärker.
Vermuten Sie einen Blow-out, gehen Sie zu Ihrer Hautarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob es ein Blow-out ist oder eine andere Reaktion der Haut, zum Beispiel eine Allergie.
Was das Altern für Fine Line und kleine Schrift heißt
Fine Line bedeutet sehr dünne Linien, die oft mit einer einzelnen Nadel gestochen werden. Gerade solche Linien können mit den Jahren ineinander verschwimmen. Das Ministerium rät deshalb, bei sehr detailreichen, realistischen oder filigranen Motiven im Studio nachzufragen, wie sie sich verändern könnten.
- Planen Sie feine Motive und Schrift so groß, dass zwischen den Linien genug Haut frei bleibt.
- Lassen Sie Buchstaben und Details nicht zu eng setzen.
- Wählen Sie für feine Motive eine Stelle, die wenig beansprucht wird, also eher nicht Hände, Finger oder Füße.
- Schauen Sie sich Fotos verheilter Fine-Line-Arbeiten des Tätowierers an, die schon einige Jahre alt sind.
- Schützen Sie das Tattoo dauerhaft vor starker Sonne.
Größe und Stelle legen Sie deshalb am besten gleich zusammen mit dem Motiv fest, so wie beim ersten Tattoo.
Häufige Fragen
Verändern sich Fine-Line-Tattoos mit den Jahren stärker?
Ja, Fine-Line-Tattoos können mit den Jahren deutlich an Schärfe verlieren, weil feine Linien ineinander verschwimmen können. Bei filigranen Motiven sollten Sie deshalb im Studio fragen, wie sie sich verändern könnten. Planen Sie solche Motive größer und schützen Sie sie vor der Sonne.
Wie gut hält ein Tattoo an den Fingern?
Ein Tattoo an den Fingern altert schneller und stärker als an vielen anderen Stellen, weil die Hände viel beansprucht werden und sich viel bewegen. Ein Bundesministerium nennt die Hände dafür ausdrücklich als Beispiel. Fragen Sie vor einem Finger-Tattoo, wie solche Arbeiten des Studios nach einigen Jahren aussehen.
Was ist ein Blow-out beim Tattoo?
Ein Blow-out ist ein verschwommener Schatten rund um die Linien eines Tattoos, der wie ein blauer Fleck aussieht. Er entsteht, wenn die Farbe zu tief bis ins Fettgewebe gestochen wird, oft durch zu viel Druck mit der Nadel. In Fallberichten zeigte er sich schon kurz nach dem Stechen.
Werden Tattoo-Linien mit den Jahren dicker?
Ja, Tattoo-Linien werden mit den Jahren breiter. Feine Linien können dabei ineinander verschwimmen, und die Konturen verlieren an Schärfe. Kleine Schrift und feine Details brauchen deshalb von Anfang an genug Platz.
Bleibt ein Tattoo ein Leben lang sichtbar?
Ja, ein Tattoo bleibt ein Leben lang sichtbar, weil die Farbe in der Lederhaut liegt, die sich nicht erneuert. Mit den Jahren kann es durch Sonne und Hautalterung etwas verblassen. Ein Teil der Farbe gelangt außerdem über die Lymphgefäße an andere Stellen im Körper.
