Welche Stellen beim Tattoo am meisten wehtun
Das Bundesumweltministerium teilt die Körperstellen auf seinem Portal Safer Tattoo in drei Stufen ein, von sehr schmerzhaft bis weniger schmerzhaft. Eine Erhebung nennt es dazu nicht. Lesen Sie die Stufen deshalb als Erfahrungswert und nicht als Messung.
| Schmerzstufe | Körperstellen |
|---|---|
| Sehr schmerzhaft | Gesicht, Hals, Brust, Bauch, Flanken, Ellenbeugen, Handgelenke, Hände, Kniekehlen, Knöchel und Füße |
| Schmerzhaft | Nacken, oberer Rücken, Innenseite der Arme, Innenseite der Oberschenkel und Waden |
| Weniger schmerzhaft | Schultern, Außenseite der Arme und der untere Rücken über dem Gesäß |
Das österreichische Gesundheitsportal beschreibt dasselbe Muster mit Beispielen. Ein Tattoo am Knie oder am Bauch ist danach schmerzhafter als am Oberarm. Das Ministerium nennt außerdem die Wirbelsäule, an der es oft mehr wehtut als an Oberschenkel oder Oberarm.
Jeder Mensch hat zudem eigene empfindliche Bereiche. Eine Stelle, die bei einer Freundin kaum wehtat, kann bei Ihnen sehr unangenehm sein.
Warum Knochen und Nerven den Schmerz verstärken
Beim Tätowieren sticht die Nadel die Farbe in die Lederhaut. Das ist die Hautschicht unter der Oberhaut, und ein Netz aus Nervenfasern durchzieht sie. Jeder Stich reizt diese Nerven, deshalb tut Tätowieren grundsätzlich weh.
Unter der Lederhaut liegt die Unterhaut mit Fett und Bindegewebe. Das Fett wirkt wie ein Stoßdämpfer und schützt Knochen und Gelenke. Wo zwischen Haut und Knochen wenig Gewebe liegt, fehlt dieses Polster, etwa an den Knien oder entlang der Wirbelsäule.
Auch die Dicke der Haut ist nicht überall gleich. Sie hängt von der Körperstelle ab, aber auch vom Alter und vom Geschlecht. Ältere Menschen haben eine dünnere Haut als jüngere, Männer eine dickere als Frauen. Der Tätowierer stellt die Tiefe der Nadel deshalb je nach Stelle und Hautdicke ein.
Was den Tattoo-Schmerz außer der Stelle steigert
Zwei Forscherinnen aus Polen haben 1.092 Tätowierte nach ihrem Schmerz gefragt, auf einer Skala von 0 bis 10. Am stärksten hing der Schmerz davon ab, wie lange das Stechen dauerte, wie gestresst die Menschen vorher waren und wie stark sie bluteten. Wer vorher ein Schmerzmittel genommen hatte, gab sogar mehr Schmerz an.
Die Körperregion, grob eingeteilt in Arm, Bein und Rumpf, änderte die Stärke des Schmerzes in dieser Studie nicht deutlich. Am Arm strahlte der Schmerz aber häufiger in andere Bereiche aus als am Bein. Das berichteten 83 Prozent der Befragten mit einem Tattoo am Arm und 72 Prozent mit einem Tattoo am Bein.
Rund 10 Prozent der Befragten sagten, das Stechen habe ihnen gar nicht wehgetan. Frauen gaben direkt nach dem Stechen mehr Schmerz an als Männer, während des Stechens gab es keinen Unterschied. Die Studie hat Grenzen, denn viele füllten den Fragebogen erst bis zu einem Monat später online aus.
Was gegen Schmerzen beim Tätowieren hilft
Aus der Studie folgt ein einfacher Rat. Lange Sitzungen tun mehr weh, deshalb lohnt es sich, ein großes Motiv an einer empfindlichen Stelle auf mehrere kürzere Termine zu verteilen. Sprechen Sie das schon bei der Planung mit dem Tätowierer an.
Kommen Sie ausgeruht und möglichst entspannt zum Termin. Verzichten Sie spätestens am Tag davor auf Alkohol, weil auch ein Kater schmerzempfindlicher macht. Essen Sie vorher etwas, damit Ihr Kreislauf auch bei Schmerzen stabil bleibt.
Nehmen Sie vor dem Termin keine Schmerztabletten, die das Blut verdünnen. Sie bluten dann stärker, und das Blut spült Farbe wieder aus. Nehmen Sie solche Medikamente auf ärztliche Verordnung, sprechen Sie vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.
Wie Sie eine weniger schmerzhafte Stelle wählen
Für ein erstes Tattoo wählen Sie am besten eine Stelle, die in der Übersicht des Ministeriums weniger schmerzhaft ist, etwa die Schulter oder die Außenseite des Oberarms. Sprechen Sie offen über Ihre Sorge vor Schmerzen. Der Tätowierer kann einschätzen, wie lange die Arbeit an der gewünschten Stelle dauert.
Hände und Füße stehen in der Übersicht auf der höchsten Schmerzstufe, und sie haben einen zweiten Nachteil. Tattoos an Stellen, die viel beansprucht werden oder sich viel bewegen, altern nach dem Ministerium schneller und stärker, als Beispiele nennt es Hände und Knöchel. An diesen Stellen zeigt sich also früh, wie ein Tattoo altert und verblasst.
Legen Sie Motiv, Größe und Stelle am besten zusammen fest, so wie beim ersten Tattoo. Ein kleines Motiv an einer ruhigen Stelle ist schneller gestochen, und eine kurze Sitzung tut weniger weh.
Häufige Fragen
Tut ein Tattoo am Oberarm weh?
Ja, auch ein Tattoo am Oberarm tut weh, aber oft weniger als an Knie, Bauch oder Wirbelsäule. Das beschreiben zwei staatliche Gesundheitsportale aus Deutschland und Österreich übereinstimmend. Wie stark Sie den Schmerz spüren, hängt außerdem von der Dauer der Sitzung und von Ihrem Empfinden ab.
Wo tut ein Tattoo am wenigsten weh?
Am wenigsten weh tut ein Tattoo nach einer Übersicht eines Bundesministeriums an den Schultern, an der Außenseite der Arme und am unteren Rücken über dem Gesäß. Diese Einteilung ist ein Erfahrungswert und keine Messung. Jeder Mensch hat zudem eigene empfindliche Stellen.
Warum tut ein Tattoo auf dem Knochen mehr weh?
Ein Tattoo auf dem Knochen tut mehr weh, weil dort wenig Fett und Gewebe zwischen Haut und Knochen liegt. Dieses Polster dämpft an anderen Stellen wie ein Stoßdämpfer. Dazu kommen die Nervenfasern in der Lederhaut, die jeder Stich reizt.
Wird der Schmerz während einer langen Tattoo-Sitzung stärker?
Ja, je länger eine Tattoo-Sitzung dauert, desto stärker wird der Schmerz meist. Das zeigte eine Studie mit 1.092 Tätowierten aus Polen. Auch Stress vor dem Termin und starkes Bluten verstärkten dort den Schmerz.
Haben Frauen beim Tätowieren mehr Schmerzen als Männer?
Nein, während des Tätowierens gaben Frauen und Männer in einer Studie mit 1.092 Befragten gleich starke Schmerzen an. Direkt nach dem Stechen berichteten Frauen allerdings über stärkere Schmerzen. In der Studie wählten Frauen öfter den Rumpf, Männer öfter den Arm und längere Sitzungen.
