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Welche Vorschriften für Tattoo-Studios gelten

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Für Tattoo- und Piercingstudios gelten drei Gruppen von Regeln: die Hygieneverordnungen der Bundesländer, die EU-Regeln für Tattoofarbe und Piercingschmuck und das allgemeine Recht für Verträge und Zustimmung. Eine staatliche Zulassung oder Ausbildung gibt es nicht. Das Gesundheitsamt darf ein Studio kontrollieren, muss es aber nicht.

Pflichtausbildung für Tätowierer
keine
Bundesinstitut für Risikobewertung, Stellungnahme 017/2014, Stand 1. Februar 2014
Strenge EU-Regeln für Tattoofarbe seit
4. Januar 2022
Verordnung (EU) 2020/2081, EUR-Lex, Stand 14. Dezember 2020
Tattoo-Entfernung mit Laser nur ärztlich seit
31. Dezember 2020
Verordnung zum Schutz vor nichtionisierender Strahlung, Stand 31. Dezember 2020
Edelstahltheke mit Dampfsterilisator und verpackten Sterilgutbeuteln in einem Tattoo-Studio
Im Hinterraum eines Studios sterilisiert ein Dampfgerät das Werkzeug, das mehrmals benutzt wird. Bild: KI generiert.

Warum es kein Gesetz nur für Tattoo-Studios gibt

In Deutschland gibt es kein eigenes Gesetz für Tattoo-Studios. Die Regeln stehen verstreut in Gesetzen der EU, des Bundes und der 16 Bundesländer. Für Kunden ist das unübersichtlich, und genau deshalb lohnt sich ein Überblick.

Wer ein Tattoo-Studio eröffnen will, braucht keine Prüfung und keine Erlaubnis. Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf. Ein Studio meldet nur ein Gewerbe an, so wie ein Kiosk oder ein Friseur.

Die Hygiene regeln die Länder. Ein Bundesgesetz zum Schutz vor Infektionen erlaubt ihnen, eigene Regeln zu erlassen. Diese Landesregeln heißen meist Hygieneverordnung, und die meisten Länder haben eine. Das Gesundheitsamt darf Studios kontrollieren, in denen Keime über Blut übertragen werden können. Eine Pflicht zur Kontrolle hat es aber nicht.

Welche Regeln für Tattoo- und Piercingstudios gelten

Für ein Studio gelten Regeln aus sieben Bereichen. Die wichtigsten sind die Hygiene, die Farbe und Ihre Zustimmung:

Welche Regeln für Tattoo- und Piercingstudios gelten, was sie verlangen und wer darüber wacht.
RegelWas sie verlangtWer darüber wacht
GewerbeanmeldungDas Studio meldet sein Gewerbe an. Eine Prüfung gibt es dabei nicht.Gewerbeamt
Hygieneverordnung des LandesSterile Werkzeuge und Händedesinfektion, in vielen Ländern auch Hygieneplan und Anzeige beim GesundheitsamtGesundheitsamt
EU-Regeln für TattoofarbeKeine Stoffe, die Krebs auslösen oder die Haut stark reizen können, Beschriftung auf DeutschBehörden der Länder für Kosmetik
Deutsche Verordnung für TattoofarbeVerbotene Stoffe, Haltbarkeitsdatum, Meldung der RezepturBehörden der Länder für Kosmetik
EU-Grenzwert für NickelPiercingschmuck für ein frisches Loch gibt kaum Nickel abBehörden der Länder
StrafrechtOhne Ihre Zustimmung ist das Stechen eine KörperverletzungPolizei und Gerichte
Europäische Norm für TattoostudiosAufklärung vorher und nachher, mündlich und schriftlichNiemand, sie ist freiwillig

Ebenso wichtig ist, was es nicht gibt. Niemand prüft das Können eines Tätowierers, und es gibt kein amtliches Gütesiegel und keine öffentliche Liste geprüfter Studios. Woran Sie selbst ein gutes Studio erkennen, erklärt der Ratgeber zum sauberen Tattoo-Studio.

Welche Hygieneverordnung in Ihrem Bundesland gilt

Zehn Länder haben eine eigene Verordnung, die Tätowieren und Piercing ausdrücklich nennt oder erfasst. Wir haben jede an einer amtlichen Quelle geprüft. Die älteste stammt aus Bayern von 1987, die jüngste aus Berlin von 2017, und Nordrhein-Westfalen hat seine 2024 neu gefasst. Für fünf ostdeutsche Länder gibt es zusätzlich einen gemeinsamen Muster-Hygieneplan.

Hygieneregeln für Tattoo- und Piercingstudios je Bundesland, geprüft am 4. Oktober 2026.
BundeslandRegel für Tattoo und PiercingWas auffällt
Baden-WürttembergHygiene-Verordnung von 2002Nennt Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen. Was die Haut verletzt, muss steril sein.
BayernHygiene-Verordnung von 1987Nennt Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen.
BerlinInfektionsverhütungs-Verordnung von 2017Nennt Tätowieren, Piercen und Ohrlochstechen ausdrücklich.
HamburgVerordnung zur Verhütung übertragbarer KrankheitenEin Hygieneplan mit Arbeitsanweisungen ist Pflicht.
HessenInfektionshygiene-Verordnung von 2003Wer tätowiert oder pierct, braucht Wissen über Hygiene.
NiedersachsenHygiene-Verordnung von 2001Gilt auch für Permanent Make-up.
Nordrhein-WestfalenHygiene-Verordnung, neu gefasst 2024Das Studio meldet Beginn und Ende seiner Arbeit beim Gesundheitsamt.
Rheinland-PfalzHygiene-Verordnung gegen BlutkontaktinfektionenDas Studio meldet Beginn, Ende und größere Änderungen beim Gesundheitsamt.
SachsenHygiene-Verordnung von 2004Tätowierer weisen ihr Wissen über Hygiene beim Gesundheitsamt nach.
Schleswig-HolsteinLandesverordnung zur Verhütung übertragbarer KrankheitenNennt Piercing und Tätowieren.
Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, ThüringenGemeinsamer Muster-Hygieneplan von 2007, zusammen mit SachsenKein Gesetz, aber eine genaue Arbeitshilfe für das Gesundheitsamt.
Bremen, SaarlandKeine eigene Verordnung bestätigtFragen Sie das örtliche Gesundheitsamt.

Inhaltlich ähneln sich die Verordnungen stark. Alles, was die Haut verletzt, muss steril sein. Der Tätowierer desinfiziert Hände und Haut und trägt Handschuhe. Einmalmaterial wird nur einmal benutzt. Unterschiede gibt es vor allem bei der Frage, ob sich ein Studio beim Gesundheitsamt anmelden und sein Wissen nachweisen muss.

Was das Gesundheitsamt in einem Tattoo-Studio prüft

Kommt das Gesundheitsamt ins Studio, schaut es sich vor allem die Abläufe an. Gibt es einen Hygieneplan? Werden Werkzeuge richtig gereinigt und sterilisiert? Ist der Sterilisator geprüft, und gibt es Protokolle? Liegen Desinfektionsmittel bereit, die gegen HIV und Hepatitis wirken?

Wie oft das Amt kommt, entscheidet jedes Gesundheitsamt selbst. In Ländern, in denen sich Studios anmelden müssen, weiß das Amt wenigstens, wo es Studios gibt. Wer ohne Gewerbe in einer Wohnung tätowiert, taucht dagegen in keiner Planung auf.

Ein Zeugnis stellt das Amt nach einer Kontrolle nicht aus. Wirbt ein Studio mit einem amtlichen Siegel, fragen Sie nach, was genau dahintersteckt.

Welche Regeln für Farbe und Schmuck gelten

Für Tattoofarbe gilt seit dem 4. Januar 2022 eine strenge Regel der EU. Sie verbietet Stoffe, die Krebs auslösen, das Erbgut schädigen oder die Haut stark reizen können, und sie gilt auch für Permanent Make-up. Was genau verboten ist, erklärt der Ratgeber verbotene Tattoofarben.

Für Piercingschmuck gibt es einen Grenzwert für Nickel. Schmuck für ein frisch gestochenes Loch darf weniger als 0,2 Mikrogramm Nickel je Quadratzentimeter und Woche abgeben. So schützt das Recht vor einer Nickelallergie, die oft gerade an frischen Wunden entsteht.

Die Tattoo-Entfernung mit Laser ist seit dem 31. Dezember 2020 Ärztinnen und Ärzten vorbehalten. Ein Tattoo-Studio darf dafür keinen Laser einsetzen.

Welche Rechte Sie als Kunde haben

Ein Tattoo ist rechtlich eine Körperverletzung, die erst Ihre Zustimmung erlaubt. Das Studio muss Sie deshalb vorher aufklären, über Risiken, Pflege und die Dauer des Ergebnisses. Unter 18 müssen außerdem die Eltern zustimmen.

Mit dem Studio schließen Sie einen Vertrag. Ist das Tattoo verpfuscht, können Sie meist zuerst eine Nachbesserung verlangen und unter Umständen Geld zurück oder Schmerzensgeld. Ein Haftungsausschluss auf dem Formular nimmt Ihnen diese Rechte nicht ganz.

Für den Preis gilt: Das Studio muss Ihnen den Endpreis mit Mehrwertsteuer nennen. Eine Gebührenordnung für Tattoos gibt es nicht, jedes Studio legt seinen Preis selbst fest.

Häufige Fragen

Braucht ein Tattoo-Studio eine Genehmigung?

Nein, ein Tattoo-Studio braucht in Deutschland keine besondere Genehmigung. Es meldet nur ein Gewerbe an. In manchen Ländern wie Nordrhein-Westfalen oder Rheinland-Pfalz muss es seine Arbeit zusätzlich beim Gesundheitsamt anzeigen.

Gibt es in jedem Bundesland eine Hygieneverordnung für Tattoo-Studios?

Nein, nicht jedes Bundesland hat eine eigene Hygieneverordnung für Tattoo-Studios. Bestätigt haben wir sie für zehn Länder, darunter Bayern, Berlin, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Für fünf ostdeutsche Länder gibt es einen gemeinsamen Muster-Hygieneplan.

Wer kontrolliert Tattoo-Studios in Deutschland?

Tattoo-Studios kontrolliert in Deutschland das Gesundheitsamt der Stadt oder des Landkreises. Es darf jederzeit prüfen, muss es aber nicht. Die Tattoofarbe überwachen die Behörden der Länder, die auch Kosmetik prüfen.

Muss ein Tätowierer eine Ausbildung haben?

Nein, ein Tätowierer muss in Deutschland keine Ausbildung haben, denn Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf. Einige Länder wie Hessen und Sachsen verlangen aber Wissen über Hygiene. In Sachsen muss der Tätowierer es beim Gesundheitsamt nachweisen.

Darf ein Tattoo-Studio Tattoos mit dem Laser entfernen?

Nein, ein Tattoo-Studio darf Tattoos nicht mit dem Laser entfernen. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen das nur Ärztinnen und Ärzte. Wer ein altes Tattoo loswerden will, geht dafür in eine Hautarztpraxis.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Infektionsschutzgesetz, Paragraf 36 Infektionsschutz bei bestimmten Einrichtungen, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  2. Gewerbeordnung, Paragraf 14 Anzeigepflicht, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  3. Infektionsrisiken durch Tätowierungen, Stellungnahme Nr. 017/2014 vom 1. Februar 2014, Bundesinstitut für Risikobewertung,
  4. Verordnung (EU) 2020/2081 der Kommission vom 14. Dezember 2020 zu Stoffen in Tätowierfarben, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  5. Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung bei der Anwendung am Menschen, Paragraf 5, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  6. Verordnung (EG) Nr. 552/2009 der Kommission, Anhang XVII Eintrag 27 zu Nickel, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  7. Verordnung der Landesregierung und des Sozialministeriums zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung), GBl. vom 27. Juni 2002, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-Württemberg,
  8. Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung) vom 11. August 1987, Bayerische Staatskanzlei, Bayern.Recht,
  9. Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten bei bestimmten gewerblichen Tätigkeiten (Infektionsverhütungs-Verordnung) vom 5. Mai 2017, Abgeordnetenhaus Berlin, Senatsverwaltung für Gesundheit,
  10. Hygieneregeln für Tätowier- und Piercingbetriebe, Freie und Hansestadt Hamburg,
  11. Infektionshygiene-Verordnung vom 18. März 2003, Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege,
  12. Merkblatt zur Niedersächsischen Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung) vom 17. August 2001, Niedersächsisches Landesgesundheitsamt,
  13. Verordnung zur Verhütung übertragbarer Krankheiten (Hygiene-Verordnung), Fassung vom 15. Mai 2024, Ministerium des Innern Nordrhein-Westfalen, recht.nrw.de,
  14. Tattoo, Piercing etc., Hygiene-Überwachung nach der Landesverordnung zur Verhütung von Blutkontaktinfektionen, Kreisverwaltung Rhein-Pfalz-Kreis, Gesundheitsamt,
  15. Sächsische Hygiene-Verordnung vom 7. April 2004, Sächsische Staatskanzlei, REVOSax,
  16. Infektionsschutz in nicht-medizinischen Einrichtungen, Landesregierung Schleswig-Holstein,
  17. Rahmenhygieneplan für Piercing-, Tätowierungs-, Kosmetik- und Fußpflegeeinrichtungen, Stand April 2007, Länder-Arbeitskreis zur Erstellung von Hygieneplänen nach Paragraf 36 IfSG,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen und die Zahlen an den Quellen geprüft. Name, Adresse und Kontaktdaten der Studios stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, ein geschlossenes Studio oder ein Betrieb, der gar kein Tattoo-Studio ist: Melden Sie es über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.