Warum Permanent Make-up rechtlich ein Tattoo ist
Beim Permanent Make-up bringt eine Nadel Farbe in die Haut, etwa für Augenbrauen, Lidstrich oder Lippen. Beim Microblading ritzt eine feine Klinge kleine Striche in die Haut, die wie Härchen aussehen, und füllt sie mit Farbe. Beides bleibt eine Zeit lang in der Haut.
Das Recht unterscheidet dabei nicht zwischen Kosmetik und Tattoo. Als Tattoofarbe gilt jede Farbe, die in die Haut gebracht wird, um das Aussehen zu verändern, und dort bleibt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung zählt Permanent Make-up ausdrücklich dazu. Auch die EU-Regeln für Tattoofarbe nennen Permanent Make-up, Microblading und kosmetisches Tätowieren beim Namen.
Der Unterschied liegt in der Tiefe. Beim Tattoo sitzt die Farbe in der mittleren Hautschicht, beim Permanent Make-up soll sie nur in die obere Schicht. Weil die Haut aber unterschiedlich dick ist, gelingt das nicht immer genau.
Welche Farbregeln für Permanent Make-up gelten
Seit dem 4. Januar 2022 verbietet die EU in Farbe für Tattoo und Permanent Make-up Stoffe, die Krebs auslösen, das Erbgut schädigen oder die Haut stark reizen können. Seit dem 4. Januar 2023 gilt das auch für zwei wichtige Pigmente in Blau und Grün. Was genau verboten ist, erklärt der Ratgeber verbotene Tattoofarben.
Für Permanent Make-up nimmt man häufiger Eisenoxide, also Farbpigmente aus Eisen, die braune und rötliche Töne geben. Auch für sie gelten die EU-Grenzwerte. Auf jeder Flasche muss auf Deutsch stehen, dass die Farbe für Tattoos oder Permanent Make-up gedacht ist, dazu Chargennummer und Inhaltsstoffe.
Die Studiobetreiberin muss Ihnen diese Angaben vor der Behandlung zeigen. Fragen Sie danach, besonders wenn Sie auf Nickel oder Chrom allergisch sind.
Wer Permanent Make-up anbieten darf
Eine eigene Ausbildung oder Prüfung für Permanent Make-up schreibt kein Gesetz vor. Das gilt genauso wie beim Tätowieren. Angeboten wird es in Kosmetikstudios, in Tattoo-Studios und in eigenen Studios für Permanent Make-up.
Für die Hygiene gelten die Regeln der Länder. Die Hygiene-Verordnung von Niedersachsen nennt Permanent Make-up sogar ausdrücklich. Alles, was die Haut verletzt, muss steril sein, und das Studio braucht einen Hygieneplan. Das Gesundheitsamt darf kontrollieren.
Woran Sie ein sauber arbeitendes Studio erkennen, gilt für Permanent Make-up genauso wie für ein Tattoo. Die Fragen dazu stehen im Ratgeber zum sauberen Tattoo-Studio.
Wie lange Permanent Make-up und Microblading halten
Permanent Make-up heißt zwar so, hält aber nicht für immer. Weil die Farbe weniger tief sitzt als bei einem Tattoo, verblasst sie mit der Zeit. Wie schnell, hängt von Haut, Sonne und Pflege ab.
Feste Zahlen dazu gibt keine Behörde an. Was Studios nennen, sind eigene Erfahrungswerte. Fragen Sie deshalb vor der Behandlung, wann Ihr Studio eine Auffrischung empfiehlt und was sie kostet.
Sonne lässt Farbe schneller verblassen. Manche Pigmente können im Sonnenlicht sogar zerfallen und dabei bedenkliche Stoffe freisetzen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät deshalb, tätowierte Haut vor der Sonne zu schützen.
Was beim Entfernen von Permanent Make-up gilt
Gefällt das Ergebnis nicht, lässt es sich nicht einfach abwaschen. Mit dem Laser entfernen dürfen Permanent Make-up und Tattoos seit dem 31. Dezember 2020 nur Ärztinnen und Ärzte mit passender Fortbildung. Ein Kosmetikstudio darf das nicht mehr.
Auch das Entfernen hat Risiken. Es kann Narben geben, und Farbteilchen, die schon in den Körper gewandert sind, bleiben dort. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, nur anerkannte Verfahren bei Ärzten zu nutzen.
Worauf Sie vor dem Termin achten
Vor einer Behandlung lohnt sich ein genauer Blick, denn das Ergebnis sitzt mitten im Gesicht:
- Lassen Sie sich Fotos von verheilten Arbeiten zeigen, nicht nur von frischen.
- Fragen Sie nach der Farbe und lassen Sie sich die Flasche zeigen.
- Klären Sie, ob Nadeln und Klingen steril verpackt sind und vor Ihren Augen geöffnet werden.
- Lassen Sie sich Risiken, Pflege und Auffrischung erklären, am besten schriftlich.
- Fragen Sie, was eine Auffrischung kostet und wann sie nötig wird.
- Lassen Sie die Chargennummer der Farbe in Ihren Unterlagen notieren.
Nehmen Sie sich Zeit zwischen Beratung und Termin. Ein seriöses Studio drängt Sie nicht.
Häufige Fragen
Ist Permanent Make-up rechtlich ein Tattoo?
Ja, Permanent Make-up gilt rechtlich als Tätowieren. Die Farbe dafür zählt als Tattoofarbe, und die EU-Regeln nennen Permanent Make-up und Microblading ausdrücklich. Es gelten also dieselben Farbregeln und dieselben Hygieneregeln wie für ein Tattoo.
Braucht man für Permanent Make-up eine Ausbildung?
Nein, für Permanent Make-up schreibt kein Gesetz eine Ausbildung vor, genau wie beim Tätowieren. Die Hygieneregeln der Länder gelten aber, und das Gesundheitsamt darf kontrollieren. Fragen Sie im Studio nach Erfahrung und Fotos verheilter Arbeiten.
Darf ein Kosmetikstudio Permanent Make-up mit dem Laser entfernen?
Nein, ein Kosmetikstudio darf Permanent Make-up nicht mit dem Laser entfernen. Seit dem 31. Dezember 2020 dürfen das nur Ärztinnen und Ärzte mit passender Fortbildung.
Wie lange hält Permanent Make-up?
Wie lange Permanent Make-up hält, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Weil die Farbe weniger tief sitzt als bei einem Tattoo, verblasst sie mit der Zeit, schneller bei viel Sonne. Feste Zahlen nennt keine Behörde, fragen Sie das Studio nach seiner Erfahrung.
Gelten die EU-Regeln für Tattoofarbe auch für Microblading?
Ja, die EU-Regeln für Tattoofarbe gelten seit dem 4. Januar 2022 auch für Microblading. Das Recht nennt Microblading ausdrücklich. Verbotene Stoffe dürfen also auch in der Farbe für die Augenbrauen nicht stecken.
