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Ratgeber

Woran Sie ein sauberes Tattoo-Studio erkennen

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Ein sauberes Tattoo-Studio erkennen Sie daran, dass es sterile Nadeln erst vor Ihren Augen auspackt, Handschuhe trägt und jede Fläche frisch abdeckt. Es führt einen Hygieneplan und kann zeigen, wann sein Sterilisator zuletzt geprüft wurde. Eine staatliche Zulassung gibt es nicht. Das Gesundheitsamt darf kontrollieren, muss es aber nicht.

Prüfung des Sterilisators
alle 6 Monate
Sächsische Hygiene-Verordnung, Stand 28. Dezember 2009
Hygieneplan auf neuen Stand bringen
einmal im Jahr
Rahmenhygieneplan des Länder-Arbeitskreises, Stand 1. April 2007
Protokolle der Sterilisation aufbewahren
30 Jahre
Sächsische Hygiene-Verordnung, Stand 28. Dezember 2009
Steril verpackte Nadelmodule, schwarze Handschuhe und Farbkappen auf einer Abdeckung
Steril verpackte Nadeln, frische Handschuhe und eine Einmalabdeckung gehören zu jedem sauberen Termin. Bild: KI generiert.

Warum es keine Zulassung für Tattoo-Studios gibt

Wer in Deutschland tätowiert, braucht dafür keine Prüfung und keine Erlaubnis. Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf, und niemand muss Wissen über Hygiene nachweisen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält das fest und ergänzt, dass es auch kein unabhängiges Gütesiegel für Studios gibt.

Ein Studio muss nur ein Gewerbe anmelden. Diese Anmeldung sagt nichts über Sauberkeit. Sie sorgt aber dafür, dass das Gesundheitsamt überhaupt von dem Studio weiß.

Die eigentlichen Hygieneregeln stehen nicht in einem Bundesgesetz, sondern in den Verordnungen der Bundesländer. Nicht jedes Land hat eine eigene. Was in Ihrem Land gilt, steht im Überblick über die Vorschriften für Tattoo-Studios.

Wie oft das Gesundheitsamt ein Tattoo-Studio kontrolliert

Das Gesundheitsamt darf Betriebe überwachen, in denen Keime über Blut übertragen werden können. Tattoo- und Piercingstudios gehören dazu, auch wenn das Gesetz sie nicht beim Namen nennt. Eine Pflicht zur Kontrolle gibt es aber nicht, das Amt entscheidet selbst.

Deshalb erleben Kunden große Unterschiede. In einem Landkreis kommt das Amt regelmäßig, im nächsten fast nie. Das liegt am Personal und an der Planung des Amtes, nicht an der Sauberkeit der Studios. Bleibt eine Kontrolle aus, sagt das also weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes.

Ein amtliches Hygienezeugnis, das ein Studio an die Wand hängen könnte, gibt es nicht. Es gibt auch keine öffentliche Liste geprüfter Studios. Wirbt ein Studio mit einer Freigabe vom Amt, fragen Sie nach, was genau dahintersteckt.

Was ein sauberes Tattoo-Studio jeden Tag tun muss

Wie genau die Regeln der Länder sind, zeigt die Hygiene-Verordnung von Sachsen. Sie nennt Tätowieren und Piercing ausdrücklich. Wer dort sticht, muss dem Gesundheitsamt nachweisen, dass er Hygiene versteht und die Haut an der Stelle kennt, an der er arbeitet. Für die Arbeit selbst gelten diese Regeln:

  • Vor dem Stechen wäscht und desinfiziert der Tätowierer seine Hände. Ihre Haut an der Stelle wird gereinigt und desinfiziert.
  • Während der Arbeit trägt er Einmalhandschuhe. Zieht er sie aus, desinfiziert er die Hände erneut.
  • Alles, was die Haut verletzt, muss steril sein.
  • Werkzeug, das mehrmals benutzt wird, wird nach jedem Kunden desinfiziert, gereinigt, verpackt und sterilisiert.
  • Die Arbeitsfläche wird nach jedem Kunden desinfiziert und frisch abgedeckt, am besten mit Einwegmaterial.
  • Das Studio schreibt seine Abläufe in einen Hygieneplan, prüft ihn jedes Jahr und unterweist sein Personal mindestens einmal im Jahr.

Für die Desinfektion sind nur geprüfte Mittel erlaubt, die gegen HIV und gegen Hepatitis B und C wirken. Sterilisiert wird mit Dampf oder heißer Luft. Den Sterilisator meldet das Studio beim Gesundheitsamt an und lässt ihn vor dem ersten Einsatz, nach jeder Reparatur und danach alle 6 Monate prüfen. Jeder Durchgang wird aufgeschrieben, und diese Protokolle hebt das Studio 30 Jahre lang auf.

Fünf ostdeutsche Länder haben zusätzlich einen gemeinsamen Hygieneplan als Muster erarbeitet: Brandenburg, Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Sachsen-Anhalt. Er ist kein Gesetz, sondern eine Arbeitshilfe. Er beschreibt aber Schritt für Schritt, was in einem sauberen Studio passiert, und deshalb eignet er sich gut als Maßstab.

Woran Sie beim Termin steriles Arbeiten sehen

Vieles davon können Sie beim Termin selbst beobachten, auch ohne Fachwissen. Ein sauber geführter Termin läuft in dieser Reihenfolge ab:

So läuft ein sauber geführter Tattoo-Termin ab
  1. Aufklärung vorher

    Das Studio erklärt Ihnen Risiken, Wundpflege und Nachsorge und hält das schriftlich fest.

  2. Blick auf die Haut

    Der Tätowierer schaut sich die Stelle an. Ist die Haut krank, rät er vom Stechen ab und schickt Sie zur Ärztin.

  3. Eigener Arbeitsplatz

    Der Platz ist vom Wartebereich getrennt, hell und gelüftet. Es gibt ein Waschbecken mit Seife und Desinfektionsmittel. Tiere haben dort nichts verloren.

  4. Steril verpackte Nadeln

    Nadeln, Griffe und Farbkappen kommen aus verschlossenen Packungen, die erst am Platz geöffnet werden.

  5. Frische Abdeckung

    Die Fläche ist desinfiziert und für Sie frisch abgedeckt. Das Desinfektionsmittel kommt aus der Originalflasche.

  6. Entsorgung und Pflegeblatt

    Gebrauchte Nadeln landen in einem stichfesten Behälter. Zum Schluss bekommen Sie die Pflegehinweise auch schriftlich.

Wird Werkzeug wiederverwendet, gilt nach dem Merkblatt des bayerischen Landesamts für Gesundheit eine feste Reihenfolge: erst reinigen, dann desinfizieren, dann sterilisieren. Ein Ultraschallbad ersetzt die Desinfektion nicht. Am besten sterilisiert ein Dampfgerät bei 121 oder 134 Grad. Jede sterilisierte Packung trägt Datum, Inhalt und eine Nummer.

Auch die Farbe zeigt, wie sorgfältig ein Studio arbeitet. Die Flaschen stehen staubfrei im Schrank und sind nicht abgelaufen. Der Tätowierer füllt die Farbe vor der Arbeit in sterile Einmalkappen und wirft Kappen und Reste danach weg. Verdünnt wird nur mit sterilem Wasser. Außerdem notiert das Studio in Ihren Unterlagen, welche Farbe aus welcher Charge es benutzt hat. Bekommen Sie später eine Reaktion, ist genau diese Angabe für Ihre Ärztin wichtig.

Einmalnadeln sind übrigens nicht gesetzlich vorgeschrieben. Die Landesämter empfehlen sie, Pflicht ist nur, dass alles steril ist, was die Haut verletzt. Arbeitet ein Studio mit wiederverwendbarem Werkzeug, wird der Sterilisator mit seinem Prüfbericht zur wichtigsten Frage.

10 Fragen an das Tattoo-Studio vor dem Termin

Sie müssen kein Fachmann sein, um ein Studio einzuschätzen. Stellen Sie diese Fragen am besten beim Beratungsgespräch, nicht erst auf der Liege:

  1. Haben Sie einen Hygieneplan, und wann haben Sie ihn zuletzt überarbeitet?
  2. Arbeiten Sie mit sterilen Einmalnadeln und Einmalgriffen, oder bereiten Sie Werkzeug auf?
  3. Falls Sie aufbereiten: Welchen Sterilisator nutzen Sie, und wann wurde er zuletzt geprüft?
  4. Schreiben Sie jeden Durchgang des Sterilisators auf, und darf ich das Protokoll sehen?
  5. Ist das Studio als Gewerbe angemeldet, und war das Gesundheitsamt schon einmal hier?
  6. Welche Farben verwenden Sie, und notieren Sie die Chargennummer in meinen Unterlagen?
  7. Bekomme ich die Aufklärung vorher schriftlich zum Mitlesen?
  8. Was soll ich tun, wenn die Stelle nach einigen Tagen stärker rot wird als erwartet?
  9. Sind alle, die hier stechen, gegen Hepatitis B geimpft?
  10. Wohin kommen die Nadeln nach dem Termin?

Eine gute Antwort ist konkret. Sie nennt ein Gerät, eine Frist oder ein Dokument und kommt ohne Augenrollen aus. Wer auf die Frage nach dem Sterilisator nur sagt, das habe noch nie jemand wissen wollen, hat sie nicht beantwortet. Wie Sie darüber hinaus ein passendes Studio finden, erklärt der Ratgeber Tattoo-Studio finden.

Was die europäische Norm für Tattoo-Studios regelt

Seit Mai 2020 gibt es eine europäische Norm für sicheres und sauberes Tätowieren, die DIN EN 17169. Sie beschreibt, wie Räume, Geräte und das Tätowieren selbst sauber bleiben, und enthält ein Muster für die Einverständniserklärung.

In einem Punkt geht die Norm weiter als das deutsche Recht. Danach erklärt das Studio Ihnen vor und nach dem Tätowieren mündlich und schriftlich den Eingriff, die Risiken, mögliche Probleme und die Pflege. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät, ein Studio zu wählen, das sich an diese Norm hält.

Pflicht ist die Norm nicht. Sie ist eine Empfehlung von Fachleuten und kein Gesetz. Ein Studio, das sie anwendet, tut mehr als es muss, und Sie können gezielt danach fragen.

Worauf Sie beim Piercing zusätzlich achten

Beim Piercing kommt zur Hygiene der Schmuck dazu. Er bleibt in der frischen Wunde, und sein Material entscheidet mit, wie gut die Stelle heilt. Nickel löst von allen Metallen am häufigsten eine Allergie aus.

Für Schmuck, der in ein frisch gestochenes Loch kommt, gilt deshalb in der EU ein strenger Grenzwert. Er darf weniger als 0,2 Mikrogramm Nickel je Quadratzentimeter und Woche abgeben. Für Schmuck, den Sie nach dem Abheilen tragen, liegt die Grenze bei 0,5 Mikrogramm.

Der Hygieneplan der Länder verlangt außerdem, dass jedes Schmuckstück steril ist, das in der Haut bleibt. Bringen Sie eigenen Schmuck mit, müssen Sie das schriftlich bestätigen. Auch beim Ohrlochstechen kommen nur Geräte mit sterilem Einmalaufsatz zum Einsatz.

Die Grenzwerte für Nickel reichen von 0,2 Mikrogramm im frisch gestochenen Loch bis 0,5 Mikrogramm im verheilten. Tattoofarbe muss seit dem 4. Januar 2022 strenge EU-Regeln erfüllen. Diese Regeln gelten für Tattoo, Piercing und Permanent Make-up:

Welche Regeln für Tattoo und Piercing gelten und woher sie stammen.
RegelTattooPiercingWoher die Regel stammt
Sterile Werkzeuge, wenn die Haut verletzt wirdPflichtPflichtHygieneverordnungen der Länder
Kontrolle durch das Gesundheitsamtmöglich, nicht Pflichtmöglich, nicht PflichtBundesgesetz zum Schutz vor Infektionen
Grenzwert für Nickel im Schmuckgilt nicht0,2 Mikrogramm je Quadratzentimeter und WocheEU-Chemikalienrecht
Verbotene Stoffe in der Farbeseit 4. Januar 2022gilt nichtEU-Chemikalienrecht
Aufklärung, schriftlich festgehaltenvor jedem Terminvor jedem TerminHygieneplan der Länder

Für Permanent Make-up gelten dieselben Farbregeln wie für ein Tattoo. Das EU-Recht nennt ausdrücklich auch Microblading und kosmetisches Tätowieren. Fragen Sie deshalb im Kosmetikstudio genauso nach der Farbe wie im Tattoo-Studio.

Häufige Fragen

Braucht ein Tattoo-Studio in Deutschland eine Zulassung?

Nein, ein Tattoo-Studio braucht in Deutschland keine besondere Zulassung. Es muss nur ein Gewerbe anmelden. Tätowierer ist kein Ausbildungsberuf, und bundesweit muss niemand Wissen über Hygiene nachweisen. Einzelne Länder wie Sachsen verlangen diesen Nachweis aber gegenüber dem Gesundheitsamt.

Muss das Gesundheitsamt ein Tattoo-Studio kontrollieren?

Nein, das Gesundheitsamt muss ein Tattoo-Studio nicht kontrollieren, es darf es aber. Wie oft geprüft wird, entscheidet jedes Amt selbst. Deshalb kommen manche Ämter regelmäßig und andere fast nie.

Gibt es ein amtliches Hygienezeugnis für Tattoo-Studios?

Nein, ein amtliches Hygienezeugnis für Tattoo-Studios gibt es nicht, und auch keine öffentliche Liste geprüfter Studios. Ein unabhängiges Gütesiegel fehlt ebenfalls. Achten Sie stattdessen auf Hygieneplan, sterile Nadeln, einen geprüften Sterilisator und eine schriftliche Aufklärung.

Sind Einmalnadeln beim Tätowieren Pflicht?

Nein, Einmalnadeln sind beim Tätowieren nicht gesetzlich vorgeschrieben. Pflicht ist nur, dass alles steril ist, was die Haut verletzt. Wiederverwendbares Werkzeug muss das Studio deshalb nach jedem Kunden desinfizieren, reinigen, verpacken und sterilisieren.

Wie oft muss ein Sterilisator im Tattoo-Studio geprüft werden?

In Sachsen muss der Sterilisator eines Tattoo-Studios alle 6 Monate geprüft werden, dazu vor dem ersten Einsatz und nach jeder Reparatur. Jeder Durchgang wird aufgeschrieben, und das Studio hebt die Protokolle 30 Jahre auf. Andere Länder regeln das in eigenen Verordnungen.

Wie viel Nickel darf Piercing-Schmuck für ein frisches Loch abgeben?

Schmuck für ein frisch gestochenes Piercing darf weniger als 0,2 Mikrogramm Nickel je Quadratzentimeter und Woche abgeben. So legt es das EU-Chemikalienrecht fest. Für Schmuck nach dem Abheilen gilt eine Grenze von 0,5 Mikrogramm.

Quellen und Methodik

Quellen und Lizenzen

  1. Infektionsschutzgesetz, Paragraf 36 Infektionsschutz bei bestimmten Einrichtungen, Unternehmen und Personen, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  2. Sächsische Hygiene-Verordnung vom 7. April 2004, zuletzt geändert am 8. Dezember 2009, Sächsische Staatskanzlei, Vorschriftenverwaltung REVOSax,
  3. Rahmenhygieneplan für Piercing-, Tätowierungs-, Kosmetik- und Fußpflegeeinrichtungen, Stand April 2007, Länder-Arbeitskreis zur Erstellung von Hygieneplänen nach Paragraf 36 IfSG,
  4. Rechtsgrundlagen für die Anwendung von Tätowiermitteln, Aktenzeichen WD 9 - 3000 - 066/18, Wissenschaftliche Dienste des Deutschen Bundestages,
  5. Fragen und Antworten zu Tätowiermitteln, Fassung vom 16. April 2025, Bundesinstitut für Risikobewertung,
  6. Gewerbeordnung, Paragraf 14 Anzeigepflicht, Bundesministerium der Justiz, Gesetze im Internet,
  7. Verordnung (EG) Nr. 552/2009 der Kommission vom 22. Juni 2009, Anhang XVII Eintrag 27 zu Nickel, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  8. Verordnung (EU) 2020/2081 der Kommission vom 14. Dezember 2020, Anhang XVII Eintrag 75 zu Tätowierfarben und Permanent Make-up, Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union, EUR-Lex,
  9. Tattoo- und Piercingstudios, Merkblatt für Betreiber, Anforderungen an die Hygiene, Stand Oktober 2025, Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit,

Einsatz von Sprachmodellen

Eine KI hat die wiederkehrenden Sätze auf den Seiten formuliert, die Ratgeber und das Glossar mitgeschrieben, Quellen gesucht und die Bilder erzeugt. Die Texte werden vor der Veröffentlichung gelesen und die Zahlen an den Quellen geprüft. Name, Adresse und Kontaktdaten der Studios stammen dagegen unverändert aus OpenStreetMap. Sie verarbeitet ein festes Programm und keine KI.

Korrekturweg

Eine falsche Adresse, ein geschlossenes Studio oder ein Betrieb, der gar kein Tattoo-Studio ist: Melden Sie es über das Kontaktformular. Wir gleichen die Meldung mit der Quelle ab und korrigieren belegte Fehler auf der betroffenen Seite.

Stand dieser Angaben: 4. Oktober 2026.